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Bad Eisenkappel: Schülerinnen und Schüler haben noch alle Hände voll zu tun

Bad Eisenkappel

Fleißig am basteln sind die Schülerinnen und Schüler in der Gemeinde Bad Eisenkappel. Am Abend des 1. Februars findet hier das traditionelle Kirchleintragen statt und dafür ist noch jede Menge zu tun.

Der Brauchtum des Kirchleintragens geht bis in das späte Mittelalter zurück. Der Fluss, die Vellach, führte damals Hochwasser und überschwemmte den Ort. Die höher gelegene Kirche Maria Dorn bot den Bewohnern Schutz. In der Sage heißt es, dass anno dazumal eine Miniaturkirche angefertigt und der Vellach mit einem Gelöbnis übergeben wurde, um die reißenden Fluten zu beruhigen. Die Wassermassen zogen sich zurück und seither wird jedes Jahr am Vorabend von Maria Lichtmess das Kirchleintragen gefeiert.

Die Kirchlein werden in Handarbeit aus Holz, Pappe und Papier hergestellt. In ihr leuchtet eine Kerze © Zdravko Haderlap

„Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore!“

Treffpunkt des Kirchleintragens ist die Volksschule in Bad Eisenkappel. Um 18 Uhr geht es mit dem Spruch „Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore!“ lauthals los, vorbei an der Pfarrkirche wo die Kirchlein ihren Segen bekommen. Schlussendlich werden an der sogenannten Schlossbrücke die Kirchlein in die Vellach gelegt.

Der Spruch ist halb lateinisch, halb slowenisch und hat sich aus dem Evangelium von Maria Lichtmess entwickelt. Wie erklärt wird, stellt der erste Teil eine Verballhornung des lateinischen Evangeliumtextes dar. Die zweite Verszeile entstand erst Mitte des 19. Jahrhunderts und ist eher scherzhafter Bedeutung. Zu Deutsch würde „Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore!“ übersetzt „Ante pante populore, beim Kocel quietschen die Tore.“ heißen.

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Geschrieben am: 15.01.2020 11:40 Uhr

  • Quelle: Gemeinde Bad Eisenkappel
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