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Ein Einblick in das Leben eines Abhängigen

Es begann mit einem „Probier’s mal“ … und es endete – nein, nicht mit dem Tod – mit einem Leben ohne Drogen. Wir haben einen ehemaligen drogenabhängigen Mann aus dem Bezirk Völkermarkt interviewt, damals Mitte 20, der den Absprung schaffte. Den Weg aus der Drogenhölle. 

Wie alles begann…

„Anfangs war alles noch harmlos für mich. Ich fand’s nicht schlimm beim Fortgehen mal „was“ zu rauchen. Wie ich dazu kam? Im nachhinein betrachtet, war ich wohl ein potentielles Opfer. Einem dem das anscheinend schon auf der Stirn geschrieben stand. Da kam dann wer und steckte mir was zu, gratis natürlich, nur zum Probieren“, begann der stattliche und sympatische Mann zu erzählen.

Man lässt sich nichts anmerken…

„Mein alter Freundeskreis wurde mir bald mal egal, ich brauchte sie nicht – ich hatte ja neue. Neue Freunde die keineswegs gut für mich waren. Die Zeit kam, in der das Rauchen von Drogen dann schon zum Alltag wurde. Mein Weg führte an den Trafiken vorbei, direkt zum Verkäufer meines Vertrauens. Ich war schon längst abhängig, wollte es aber nicht wahrhaben. Das Rauchen wurde mir zu wenig, ich besorgte mir härteres Zeug“, schüttelte er dabei den Kopf. 

Auf die Frage, wie er das alles finanzieren konnte…

Ich ging arbeiten, hatte sogar eine gute Arbeitsstelle. Ich verdiente mein Geld und gab bis auf den letzten Cent alles für Drogen aus. Oder ich leihte mir Geld und zahle es heute noch zurück.

Es war eine schreckliche Zeit aber ich bin zurück im Leben.

Nach zwei Jahren ununterbrochenem Drogenkonsum, lag ich zusammengerollt in meinem Bett, die Tür abgesperrt. Ich hatte Wahnvorstellungen, dachte, an meinem Bett saßen Leute, die es gar nicht gab. Ich hatte das Gefühl, keine Kontrolle mehr über mich zu haben, als würde die Welt über mich einstürzen. Mein Alltag war geprägt von ständigem Herzrasen sowie enormen Schweißausbrüchen.

Man muss es verdammt nochmal wollen, sonst schafft man es nicht. Es muss „klick“ machen im Kopf um die Sucht zu überwinden und sich helfen zu lassen.

Rückblickend bin ich froh, Anlaufstellen für Drogenabhängige, wie das ROOTS im Bezirk, besucht zu haben.

„Es war eine schreckliche Zeit aber ich bin zurück im Leben. Klar  – Dankbar – wieder mitten im Leben“, sagte der ehemalige Drogenabhängige mit einem Lächeln im Gesicht. 

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Geschrieben am: 1.09.2018 07:24 Uhr

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