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100 Jahre Kärntner Volksabstimmung: Kranzniederlegung am Völkermarkter Stadtfriedhof

Völkermarkt

Bei der Kärntner Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 haben sich die Stimmberechtigten in der Abstimmungszone A mehrheitlich für den Verbleib bei Österreich und Kärnten entschieden. Heute, zwei Tage vor dem 100-jährigen Jubiläum, fand am Stadtfriedhof in Völkermarkt eine feierliche Kranzniederlegung statt.

Am Stadtfriedhof Völkermarkt wurde traditionell den Opfern des Kärntner Abwehrkampfes gedacht. Seitens der Stadtgemeinde sprach Bürgermeister Markus Lakounigg. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Doppelquartett des MGV Scholle, unter Chorleiter Lukas Joham. Die Gedenkfeiern und Kranzniederlegungen wurden zudem von Traditionsverbänden, Kulturträgerinnen und Kulturträgern mitgestaltet, anwesend waren mehrere Vertreter des öffentlichen Lebens.

Gedenkfeiern 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung: Gernot Darmann, Jakob Strauss, LH Peter Kaiser, LR Martin Gruber, Christian Benger. Bgm. Markus Lakounigg ©fritzpress

Landeshauptmann Peter Kaiser, der ebenso vor Ort war, hob die besondere Bedeutung des 10. Oktobers für Kärnten und Österreich, aber zunehmend auch für ganz Europa hervor. Der Landeshauptmann erwähnte die Bedeutung des von US-Präsident Woodrow Wilson postulierten Selbstbestimmungsrechts der Völker, des Kärntner Abwehrkampfes sowie der Einheit aller damaligen politischen Kräfte Kärntens für die Abhaltung der Volksabstimmung. „Die Entscheidung fiel sehr eindeutig für Österreich und gegen den SHS-Staat. Entscheidend waren dabei vor allem auch die Stimmen der slowenischsprachigen Kärntnerinnen und Kärntner“, so Kaiser.

Landesrat Martin Gruber sagte, dass sich Kärnten die Feiern zum 100-Jahr-Jubiläum ganz anders vorgestellt habe. Er sei aber dankbar dafür, dass man sich trotz Covid-19 zur Durchführung entschlossen habe. Heute gedenke man an Gräbern historischen Persönlichkeiten und zolle ihnen, unabhängig ihrer politischen Zugehörigkeit, Respekt für ihr Tun für Kärnten in der Zeit von Abwehrkampf und Volksabstimmung. „Es ist eine wichtige Geste des Landes, die Reihe des Gedenkens beim Denkmal in Völkermarkt zu beginnen, welches an die erinnert, deren Namen vielleicht in keinem Geschichtsbuch zu finden sind, denen wir aber genauso viel zu verdanken haben“, sagte Gruber. „Dieses Denkmal soll uns auch eine Mahnung sein, was für ein Privileg es ist, dass wir heute und in Zukunft gemeinsam mit unseren Nachbarn in Frieden leben können.“

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Geschrieben am: 8.10.2020 15:17 Uhr

  • Quelle: Land Kärnten
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