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Dagmar Preiml macht „Weihnachten im Schuhkarton“ in Kärnten bekannt

Die Kärntnerin Dagmar Preiml packt und begeistert andere für „Weihnachten im Schuhkarton“. Ein Ehrenamt, das sie seit mehr als 20 Jahren begleitet und vor allem in diesem Jahr so grundlegend wichtig ist.

Den Funken weitergeben

Es war ein einfacher Flyer, der Dagmar Preimls Leben völlig auf den Kopf stellen würde. Es war in den späten Neunzigerjahren, als die damals 35-Jährige von einem Projekt las, bei dem Schuhkartons für benachteiligte Kinder in Osteuropa gepackt werden konnten. Dagmar war sofort von „Weihnachten im Schuhkarton“ begeistert. Und obwohl sie als fünfmalige Mutter weitaus andere Dinge im Kopf hatte und die Familie vor finanziellen Herausforderungen stand, ließ sie der Gedanke nicht los, ein völliges unbekanntes Kind beschenken zu können. Als Dagmar sah, wie ihre eigenen Kinder Freude daran hatten, jemand anderes zu beschenken, keimte in ihr ein Gedanke auf, der sie Zeit ihres Lebens nicht mehr loslassen sollte: Wenn sie noch mehr Menschen von der Aktion erzählen und begeistern konnte, dann würden auch noch mehr Kinder beschenkt werden! Und so begann sie anderen von „Weihnachten im Schuhkarton“ zu erzählen. Und das, was mit ihren Kindern begann, sollte sich so ausweiten, dass sie 2018 durch ihr Engagement für die Geschenkaktion sogar als „Kärnterin des Jahres“ ausgezeichnet wurde.

Neue Geschenke als Liebesbeweis

Wenn Dagmar anderen von der Geschenkaktion erzählt, dann versucht sie ihnen vor allem zu zeigen, welchen Einfluss ein einzelner gepackter Schuhkarton haben und wie einschneidend ein solches Geschenk sein kann. Für die meisten Leute ist es schwer vorstellbar, was ein Schuhkarton mit Schulsachen und Hygieneartikeln bei Kindern auslösen kann. „Ich war das dritte von vier Kindern und habe alles nachgetragen. Mit sechs Jahren habe ich die ersten neuen Socken bekommen. Deshalb weiß ich, was es für Kinder heißt, etwas Neues, etwas Eigenes zu bekommen. Es ist ein Liebesbeweis“, erzählt sie aus ihrer eigenen Kindheit. Und selbst mit diesen Erlebnissen ist es immer noch schwer vorstellbar, dass einige Kinder sich über Zahnbürsten freuen können. Wenn sie die Videos mit den Lebensumständen der Kinder und der unbändigen Freude über kleine Dinge sieht, dann kommen ihr nicht nur die Tränen, sondern wächst auch der Wunsch, dass noch viel mehr Kinder das erleben können.

Doch vor allem wünscht sie sich, dass sie das erleben, was sie selber erlebt hat: Dass Kinder Hoffnung und eine Perspektive für ihre Zukunft bekommen.

Dagmar mit ihrer Tochter Sarah ©KK/Privat

Andere motivieren

Das, was Dagmar von Anfang an automatisch machte – andere einbeziehen und ihnen zeigen, wie wertvoll es sein kann, Schuhkartongeschenke zu packen – das tut sie auch heute noch. Jahrelang war sie Sammelstellenleiterin in Kärnten – einige Zeit sogar die einzige. Obwohl das viel Arbeit bedeutete, war es ihr wichtig weiterzumachen. „Viel Zeit und Kraft gingen in das Organisieren und Motivieren von Personen“, sagt sie und gibt einen Blick hinter die Kulissen der ehrenamtlichen Mitarbeit bei „Weihnachten im Schuhkarton“. Denn diejenigen, die diese Aktion lieben, setzen alles daran, um anderen davon zu erzählen. Oder wie Dagmar sagt: „Wovon das Herz voll ist, davon geht der Mund über.“ Sie kennen die Hintergründe, die Videos und Bilder, und sie wissen, dass ein einzelner Schuhkarton einen Riesenunterschied machen kann. Sie wissen auch, dass sie allein begrenzt sind und deswegen übernehmen sie Ehrenämter und motivieren, verteilen Flyer, geben Vorträge, veranstalten Packpartys und hoffen, dass andere Feuer fangen – genau wie sie einst.

Wer das Packen nicht mehr geschafft hat, kann mit wenigen Klicks noch einen Online-Schuhkarton auf die Reise schicken.

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Geschrieben am: 3.12.2020 09:53 Uhr

  • Quelle: Susanne Weiß Samaritan's Purse e. V.
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