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Impfvorwürfe in Kärntner Heimen: Sachverhaltsdarstellung geht nun an die Staatsanwaltschaft

In Kärnten tagte am gestrigen Montag wieder das Koordinationsgremium des Landes. Themen waren unter anderem die Impfvorwürfe in den Kärntner Pflegeheimen, die Lieferverzögerung von Pfizer-BioNTech, Umstellung der Coronahotline, Antigen-Schnelltests und die neuen Virusvarianten.

Bezüglich der Gerüchte und Vorwürfe zu den Impfungen in den Pflegeheimen soll es eine Sachverhaltsdarstellung des Landes an die Staatsanwaltschaft geben. Der Vorwurf, in einem Kärntner Pflegeheim sollen 120 Impfdosen an externe Angehörige verabreicht worden sein, konnte im Rahmen einer Überprüfung durch das Land Kärnten entkräftet werden.

„Letztlich wurden daher in besagtem Heim nicht wie geplant 120, sondern 151 Personen geimpft. Darunter waren 91 Bewohnerinnen und Bewohner, 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 29 Externe – 20 von ihnen waren Angehörige“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landes.

Es soll in den Heimen Ersatzlisten für übriggebliebene Impfdosen gegeben haben. Die Vorgabe von Bund und Land lautet nämlich, dass es keinen Verwurf der wichtigen Impfdosen geben darf. Weil sich, anders als bis zu diesem Zeitpunkt vom Hersteller angegeben, sechs statt fünf Impfdosen pro Impfstoffeinheit ausgehen, wurde in den Heimen auf die Ersatzlisten zurückgegriffen. Laut Vorgabe durften auf diesen Listen auch Angehörige von Bewohnern sowie regelmäßig das Heim aufsuchende Dienstleister stehen.

Bisherige Überprüfungen des Landes haben keine Unregelmäßigkeiten ergeben. Einige Vorwürfe müssen jedoch noch genauer untersucht werden. Dem Land Kärnten ist es wichtig, dass dies durch einen unabhängigen Dritten geschieht.

Lieferverzögerung

Wie bereits auch der Bund mitgeteilt hat, ist beim Impfstoff von Pfizer-BioNTech mit Lieferverzögerungen zu rechnen. Für Kärnten bedeutet das in dieser Woche 1.100 Impfdosen weniger. Die Nachlieferung ist für Kalenderwoche 7 avisiert. Weil die Kärntner Impfkoordinatoren vorsorglich schon vorab streng kalkuliert haben, wirkt sich die Lieferverzögerung auf die aktuellen Pläne nicht aus. Heute, Montag, startet die Impfung des Personals der Covid-Stationen der Krankenhäuser, am Donnerstag jene der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Der jeweilige Stand der Geimpften wird demnächst vom Landespressedienst voraussichtlich jeden Dienstag und Freitag mitgeteilt.

Umstellung der Hotline

Die bisherige Coronahotline des Landes soll bald auch zur Impfhotline werden. Die Hotline wird vom Bürgerservice des Landes betrieben, welches dafür technisch und intern personell aufgestockt wird. Für die allgemeinen Impfanmeldungen ist in Kärnten eine elektronische Anmeldeplattform in Ausarbeitung. Sie soll in Kürze online gehen.

Antigen-Schnelltest für KärntnerInnen

Die freiwilligen und kostenlosen Antigen-Schnelltests für die Bevölkerung sind in Kärnten mit Montag an den bereits bestehenden Teststraßen in den Bezirksstädten gestartet. Sie laufen dort in dieser Woche zwischen 8 und 12 Uhr. Die Kapazität beträgt 960 Tests pro Tag. Am Nachmittag sind diese Teststraßen für die Verdachtsfalltestung reserviert. Ab nächster Woche kommen zwölf weitere Teststraßen für die freiwilligen Antigentests dazu, sie sollen mit Anfang Feber im Vollausbau sein. Dann wird die Kapazität 7.500 Tests pro Tag betragen. Die Anmeldungen für die freiwilligen Antigentests haben über die Bundesplattform online oder die Hotline 0800 220 330 (MO-SO, 7 bis 22 Uhr) zu erfolgen. Die freiwillige Testmöglichkeit soll mindestens bis 30. Juni bestehen.

Wegen der Verlängerung des Lockdowns finden momentan keine Testungen der Lehrer und Schüler durch das Land statt. Sollte es hier einen Ersatztermin geben, wird rechtzeitig darüber informiert.

Neue Virusvarianten

Thema des Koordinationsgremiums waren natürlich auch die neuen Virusvarianten. In Kärnten gibt es derzeit noch keinen Hinweis darauf. Die Varianten konnten auch bei keiner der 15 Kärntner Proben nachgewiesen werden, die kürzlich zur Überprüfung ins Forschungszentrum für Molekulare Medizin nach Wien gegangen sind. Kärnten führt aber selbstverständlich weiterhin Vortests durch und schickt entsprechende Proben nach Wien weiter. Mitgeteilt wurde weiters, dass aufgrund der gesteigerten Kapazität nunmehr alle in Kärnten abgenommenen PCR-Tests auch direkt in Kärnten ausgewertet werden. Beim Contact Tracing liegt die Aufklärungsquote derzeit bei 40 Prozent, womit Kärnten im Bundesschnitt liegt. Das Contact Tracing wird gerade bezirksweise evaluiert, um weiteres Verbesserungspotential zu heben.