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Das sind die Stimmen der Pressekonferenz „Gemeinsam aus dem Lockdown“

Alle Teilnehmer an der breit angelegten Pressekonferenz wurden im Vorfeld getestet, sämtliche Schutzmaßnahmen wurden eingehalten, damit ein Abhalten des breit angelegten Appells möglich wurde. ©Varh

In einem breit angelegten Appell richtete sich heute die Initiative „Gemeinsam aus dem Lockdown“ in einer Pressekonferenz mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Interessensvertretern und Sozialpartnern an die Bevölkerung. Klarer gemeinsamer Grundtenor: Testen und Impfen als Grundlage, um mit dem Coronavirus das gesellschaftliche Leben wieder zu ermöglichen.

Die Initiatoren von „Gemeinsam aus dem Lockdown“ sind Nikolaus Riegler (Hirter Brauerei), Paul Haas (Domgassner, Gasthaus im Landhaushof, Augustin), Michael Berndl (Gastronom, Lindenhof Millstatt) und Franz Huditz (Wörthersee Schi_fahrt, Villa Lido).

Stimmen der Pressekonferenz – das gab es zu sagen:

Landeshauptmann Peter Kaiser: „Das gemeinsame Vorgehen ist eine neue Qualität im Kampf gegen die Pandemie und beendet ein gegenseitiges Ausspielen unterschiedlicher Branchen. Unser gemeinsames Ziel ist klar: kein weiterer Lockdown. Dieser hätte wohl endgültig schlimmste Folgen für Österreichs Wirtschaft und unsere Gesellschaft.“ Die Möglichkeiten dafür würden, laut Kaiser, auf der Hand liegen: Impfen als einziger Schutz auf Dauer und testen in öffentlichen Teststraßen, mit mobilen Testmöglichkeiten und Selbsttests mit einem hohen Grad an Eigenverantwortung seien der Schlüssel für weitere Öffnungen. „Ich schätze alle Expertinnen und Experten sämtlicher Fachbereiche, die diese Pandemie begleiten. Aber bei jeder Maßnahme müssen Nutzen und Schaden abgewogen werden. Wir brauchen Geduld wie Perspektiven gleichermaßen, wir brauchen Konzepte für Öffnungsschritte und ständige Evaluierungen, um einen vierten Lockdown zu verhindern.“

Landesrat Sebastian Schuschnig: „Entscheidungen im Zuge der Pandemie werden nie einfach getroffen. Diese gemeinsame Initiative ist daher ein guter Impulsgeber, denn die Kärntner Wirtschaft hat auch schon im vergangenen Sommer gezeigt, dass gute Konzepte durch diese Krise führen können.“ Thema Gastro: „Jede intensiv kontrollierte Gastronomie ist mir lieber als die Situation, wie wir sie derzeit haben. Denn Gastronomie findet derzeit im Schatten statt, in Kellern, in Garagen. Öffnen muss ganz klar auch ein Offenhalten bedeuten, keinen weiten Lockdown.“ Der Weg dorthin führe über Tests. „Diese können so niederschwellig wie möglich sein, wenn es ein klares Maß einer Kontrolle gibt: Wer hat den Test wann wirklich gemacht. Denn es darf keine Öffnung auf dünnem Eis sein!“ So werde es laut Schuschnig demnächst neben den Teststraßen auch mobile Testmöglichkeiten in Form von Bussen des öffentlichen Verkehrs geben. Die Selbsttests sollten seinem Vorschlag nach beispielsweise auf einem Gemeindeamt mit Ausweis und einer Bestätigung erfolgen, um als Eintrittstests zu gelten. „Die vorsichtige Öffnung mit vielen Testungen kann Teil der Lösung sein“, betont Schuschnig.

Rudolf Likar vom Klinikum Klagenfurt appellierte vor allem an die Bevölkerung, die Kontaktpersonen im Fall einer Infektion auch ehrlich zu melden. „Wir haben keinen Platz mehr für Egoisten und Narzissten. Jeder muss die Verantwortung sich selbst gegenüber und den Mitmenschen gegenüber wahrnehmen!“ Gleichzeitig forderte er den Fokus nicht nur auf Inzidenzen zu legen. Es gehe vielmehr um die Kapazitäten in den Spitälern, und da sehe die Situation aktuell entspannt aus.

Nikolaus Riegler, einer der Initiatoren von „Gemeinsam aus dem Lockdown“ verwies, wie Touristiker, Hoteliers, Kulturschaffende, Veranstalter und Kirche darauf, dass „alle Branchen bereit sind, zu öffnen mit klaren Konzepten zum Schutz der Gäste, Besucher, Mitarbeiter und Betriebe und Unternehmer. „Das Virus ist gekommen, um zu bleiben. Aber wir müssen aus der Krise kommen, öffnen und einen vierten Lockdown vermeiden. Aber der Wellenbrecher ist die Bevölkerung – ohne Eintrittstests für alle Branchen können wir nicht öffnen. Testen muss Normal werden. Dafür brauchen wir mehr Testinfrastruktur und es braucht Kontrollen – im Sinne der Betriebe, Besucher, Gäste und Mitarbeiter.“ Damit verbunden sei ein klares Contact Tracing und eine strenge Beobachtung der Clusterbildungen. Maskenpflicht wie Abstandsregeln seien selbstverständlich, ebenso wie ständige Evaluierungen der Maßnahmen und der Öffnungsschritte.

WK-Präsident Jürgen Mandl sagte, dass Kärntens Betriebe bereits bewiesen haben, dass sie Sicherheitsmaßnahmen haben und umsetzen. „Aber das Bewusstsein jeder und jedes Einzelnen dafür, wieviel am Spiel steht, muss wachsen. Testen muss in Fleisch und Blut übergehen, bis die Impfungen wirken.“

AK-Präsident Günter Goach verwies auf die prekäre Situation am Arbeitsmarkt. „30.000 Menschen in Kärnten sind ohne Arbeit, 23.000 sind in Kurzarbeit. Wir brauchen ein geordnetes Öffnen im Sinne der Arbeitsplätze und Einkommen. Es müssen alle dazu beitragen, dass wir aus dem Lockdown kommen und dafür sind massive Teststrategien notwendig, bis die Impfungen wirken.“

Aron Stiehl vom Stadttheater Klagenfurt: „Wir haben Konzepte für Öffnungen bereits gelebt und sie haben funktioniert. Wir brauchen ein Saver Life, wir müssen mit und nicht gegen das Virus leben. Wir nehmen das Virus ernst, aber wir brauchen Sport, Kultur, Gastronomie, Hotellerie und wir brauchen Einschränkungen, um Sicherheit zu gewährleisten, wobei es eine absolute Sicherheit niemals gibt.“

Landessportdirektor Arno Arthofer betonte einmal mehr, dass der Sport nicht das Problem, sondern die Lösung sei. Er verwies auf die von Kärnten aus gestartete Initiative „Comeback des Sports“. „Wir müssen den Menschen, insbesondere Kindern und Jugendlichen, wieder die Möglichkeit geben, sich sportlich zu betätigen. Ansonsten werden die Langzeitschäden gesundheitlich und volkswirtschaftlich nicht wieder gut zu machen sein!“

Quelle: Land Kärnten, Foto: Varh

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