Völkermarkt
Carina Leyroutz
5 Minuten Lesezeit

Völkermarkt

387.000 Euro erben oder verzichten? Die Polizei klärt auf

Ein Blick in das E-Mail-Postfach: „Dringende Spende meines Erbes!“. Na Bravo. VK24 ereilte diese Woche eine Mail mit diesem Betreff und es war sofort klar, dass es wieder eine von unzähligen Betrugsversuchen ist. Kaum jemand ist vor solch betrügerischen Handlungen geschützt. Um den Finger wickeln, selbst wenn – wie in diesem Fall – 387.000 Euro…

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Ein Blick in das E-Mail-Postfach: „Dringende Spende meines Erbes!“. Na Bravo. VK24 ereilte diese Woche eine Mail mit diesem Betreff und es war sofort klar, dass es wieder eine von unzähligen Betrugsversuchen ist. Kaum jemand ist vor solch betrügerischen Handlungen geschützt. Um den Finger wickeln, selbst wenn – wie in diesem Fall – 387.000 Euro versprochen wurden, ließen wir uns nicht. Dennoch stolpern viele Personen in genau solche Fallen. VK24 hat mit Bezirksinspektorin Susanne Graf, Leiterin des Präventionsbüros beim Bezirkspolizeikommando Völkermarkt, über dieses Thema gesprochen.

Eines vorweg: Betrüger versuchen auf ganz individuelle Art und Weise an Daten von Menschen zu gelangen. Egal ob E-Mail, SMS oder mittels Telefonat. Laut Bezirksinspektorin Susanne Graf sind besonders seit der Pandemie die Vorfälle gestiegen. Auch im Bezirk Völkermarkt.

Tipps von der Expertin

Susanne Graf, Leiterin des Präventionsbüros, rät, bei Erhalt solcher Nachrichten diese nicht weiter zu beachten und keinesfalls beigefügte Links anzuklicken. Bei Unsicherheit kann man natürlich stets bei der Polizei um Rat und Hilfe bitten.

Doch wie kommen diese Betrüger eigentlich zu unseren Telefonnummern? „Man kann es nicht genau sagen. Es kann sein, dass man sich irgendwo mit seiner Telefonnummer bei einem Gewinnspiel anmelden musste. Vielfach kommen die Täter aber auch in den Profilen der Social Media Nutzer an Telefonnummer bzw. an Emailadressen. Deshalb raten wir auch da, von den persönlichen Daten so wenig wie möglich bekannt zu geben. Diese Daten werden – wie wir vermuten – weiterverkauft. Natürlich gibt es auch ein Telefonbuch, wo man sich die Nummern heraussuchen kann“, erklärt Graf. „Die Aufklärungsrate in solchen Fällen ist aber sehr gering. Weil es von einem Server zum nächsten geht, ist es wirklich sehr schwer nachvollziehbar. Deshalb ist es wichtig, nichts anzuklicken oder Geld zu überweisen. Unsere Ermittlungen zeigen auch, dass die Täter im Ausland sitzen und schon deshalb schwer zu ergreifen sind.“

Da wären wir auch bei einem der aktuelleren Betrugsversuche: Auch Anrufe im Namen der Polizei, mit der Aufforderung Geld zu überweisen, weil ein Verwandter bei einem vermeintlichen Autounfall involviert ist, sind „FAKE“. Die richtige Polizei fordert kein Geld. Auch hier gilt bei Unsicherheit nach so einem Anruf: Wenn möglich sich die Telefonnummer die angerufen hat aufzuschreiben und bei der Polizeidienststelle in der Umgebung nachzufragen, ob es der Wahrheit entspricht. Wichtig dabei ist keine Geldüberweisung zu tätigen. Die Polizeiinspektionen im Bezirk Völkermarkt besitzen besonders gut geschultes Personal, die sich in diesen Fällen auskennen und einem helfen.

Die Aufgabe von Bezirksinspektorin Susanne Graf ist unter anderem die Präventionsbeamten aus dem Bezirk Völkermarkt zu koordinieren. ©Varh-Tropper

Nicht nur Cybercrime…

Bezirksinspektorin Susanne Graf selbst interessiert sich sehr für die Thematik „Mobbing“. Auch das gehört zu ihrer Arbeit im Präventionsbüro. Besonders die Aufklärung an Schulen würde ihr sehr am Herzen liegen, denn wegschauen geht auch hier nicht. Sie möchte damit aufzeigen, dass man sich nicht alles gefallen lassen darf und sich, wenn man selbst gemobbt wird, anderen Personen (Eltern, Pädagogen oder auch der Polizei bzw. dem Präventionsbüro des BPKDO Völkermarkt) anvertrauen kann.

Ein anderes wichtiges Thema beschäftigt die Polizei: „Aktuell wird ganz viel nationalsozialistisches Gedankengut via WhatsApp verschickt, weil es vielleicht die ein oder anderen Kinder lustig finden. Man muss dazu sagen, dass der Besitz und auch das Weitersenden dieser Fotos strafbar ist. Man muss Kinder hier aufklären“, so Graf. „Wenn ihr so etwas geschickt bekommt, löscht es Bitte sofort. Allein der Besitz – wenn es auf dem Smartphone ist – ist strafbar. Ab einem Alter von 14 Jahren steht man dafür vor Gericht. Alles unter 14 Jahren wird dem Jugendamt weitergeleitet.“

Die Pläne für 2022

„Mit der Initiative „Gemeinsam.Sicher“ wird jedes Monat ein Projekt mit der jeweiligen Polizeiinspektion gestartet. Jetzt im Jänner ist es die Polizeiinspektion Eberndorf – VK24 berichtete bereits darüber – die mit der Initiative „Gemeinsam.Sicher“ und der Gemeinde zusammenarbeitet und ein Projekt vorstellt. Im Februar wird es die Polizeiinspektion Bleiburg sein“, verrät Susanne Graf abschließend.

Quelle: VK24 Interview mit Susanne Graf

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  • Online: 14.01.2022 - 18:06
  • Edit: 15.01.2022 - 07:01