Kärnten
Carina Leyroutz
3 Minuten Lesezeit

Polizei warnt:

Immer mehr Sextortion-Fälle in Kärnten

In den letzten Wochen erreichten die Polizei wieder vermehrt Anzeigen von Sextortion-Fällen. Darunter versteht man eine Erpressungsmethode, bei der eine Person mit Bild- und Videomaterial erpresst wird, das sie beim Vornehmen sexueller Handlungen an sich selbst und/oder nackt zeigt.

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Die Vorgehensweise der Unbekannten ist meist wie folgt: Die Zielpersonen erhalten über soziale Netzwerke eine Einladung oder Freundschaftsanfrage von einer ihnen unbekannten, attraktiven Person. Nach einer Kennenlernphase erfolgt die Aufforderung an das Opfer, in einen Videochat zu wechseln und sich dort nackt zu zeigen, zu masturbieren oder anzüglich zu posieren. Um glaubhaft zu wirken, macht die Person mit betrügerischen Absichten sogar den ersten Schritt, indem sie sich nackt zeigt oder beginnt, sich vor der Zielperson zu befriedigen. Manchmal findet die Kommunikation aber auch ausschließlich in Messenger-Apps statt – die Betroffenen sollen hier aufreizende Fotos von sich senden, mit denen sie später erpresst werden.

In der Regel wird der Veröffentlichung der Videos oder Nacktfotos in sozialen Netzwerken oder mit der Übermittlung an die Familie oder Freunde der Betroffenen gedroht. Die Täter nutzen dabei die Angst und Scham der Opfer als Druckmittel. Es sind auch Fälle bekannt, in denen die Erpressung stattgefunden hat, obwohl die Betroffenen den Betrugsversuch rechtzeitig erkannt und sich nicht vor der Webcam ausgezogen bzw. keine Nacktfotos verschickt haben. Die vorhandenen harmlosen Videoaufnahmen bzw. Profilbilder des Opfers werden mit gefälschten Aufnahmen sexueller Handlungen manipuliert.

Wie lässt sich ein mögliches Sextortion-Profil erkennen?

Auf verdächtigen Profilen gibt es meist wenig persönliche Informationen, aber viele
aufreizende Fotos. Weitere Hinweise:

  • Neue Online-Bekanntschaften wollen rasch in einen Video-Chat wechseln.
  • Im Video-Chat beginnt sich das Gegenüber schon nach kurzer Zeit auszuziehen.

Wie kann man sich schützen?

  • Unverzüglich den Kontakt abbrechen, wenn die Person gegenüber verdächtig erscheint.
  • Sollte ein Kontakt zustande gekommen sein, in keinem Fall den Aufforderungen nachgehen, sich selbst nackt zu zeigen.
  • Webcam abdecken, solange man seinem Gegenüber nicht vertraut. Denke daran, dass alles, was man vor der Webcam macht, vom Gegenüber aufgezeichnet werden kann.
  • Sichere Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken wählen. Je weniger vom eigenen Profil öffentlich einsehbar ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit in das Visier von Sextortion-Erpressern zu geraten.

Wenn man Opfer geworden ist?

  • Sofort jeglichen Kontakt mit den Erpressern abbrechen und, wenn
  • möglich, den Unbekannten im Sozialen Netzwerk blockieren. Die Fake-Accounts der Betrüger an die Seitenbetreiber melden.
  • Nicht auf die Forderungen eingehen und kein Geld überweisen. Das Bezahlen schützt nicht vor einer Veröffentlichung – oft fordern die Täter nach der ersten Überweisung noch mehr Geld.
  • Relevantes Beweismittel absichern, die den Betrug belegen: Screenshots des betrügerischen Accounts, das Chat-Protokoll, den E-Mail-Verkehr.
  • Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle erstatten. Nur so ist eine strafrechtliche Verfolgung der Erpresser möglich.
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  • Online: 09.05.2022 - 12:34