Völkermarkt
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Das VK24 Interview

Generation Z übernimmt den Tamischwirt

In der Völkermarkter Ortschaft Greuth, unmittelbar neben der Packer Bundesstraße, ist der "Tamischwirt" zu finden. Das Gasthaus, die Pension und die Tankstelle samt Trafik wurden kürzlich offiziell von Anna-Carina Supantschitsch übernommen. Das nahm VK24 zum Anlass um die aufgeschlossene Jungunternehmerin mit einem Interview zu überrumpelt.

Anna-Carina Supantschitsch ist 27 Jahre alt und studiert Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Universität Klagenfurt. Sie übernahm kürzlich als Enkelin des im Herbst 2022 verstorbenen langjährigen Gastronoms, Wolfgang Supantschitsch, den Familienbetrieb in Greuth. Seit sie denken kann, ist der Tamischwirt ihr zu Hause und somit, wie sie selbst sagt, eine Herzensangelegenheit für sie.

Anna-Carina Supantschitsch ist im Familienunternehmen „Tamischwirt“ groß geworden ©Varh-Tropper

VK24: Der Tamischwirt als Familienunternehmen. Was sind deine jüngsten Erinnerungen daran, wenn du zurückdenkst?
Anna-Carina Supantschitsch: „Meine jüngsten Erinnerungen sind schwer einzugrenzen. Für mich war es als Kind normal, dass ich in einem Gasthaus wohne und jeden Tag mit verschiedenen Menschen zu tun hatte und mit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Tag verbrachte. Ich habe es aber geliebt, dass immer eine Abwechslung herrschte und das kein Tag gleich war wie der andere. Viele unsere Stammkundschaften waren für mich wie Familie. Das finde ich heute sehr schön, wenn ich an alles zurückdenke. Mir wurden dadurch vielleicht auch unbewusst beigebracht, dass man offen für die Welt sein sollte und dass man jeden Menschen mit seinen Ecken und Kanten akzeptiert, und somit wurde ich auch der Mensch der ich heute bin.“

Die Jungunternehmerin führt nicht nur das Gasthaus, sondern auch die Pension, die Tankstelle und die dazugehörige Trafik fort. ©Varh-Tropper

Du bist nun Jungunternehmerin. War für dich der Einstieg schwer?
„Einerseits ja und andererseits nein. Anfangs überforderte mich die Situation, da ich über Nacht den Betrieb übernommen habe, ohne das davor viel Zeit blieb, um mir darüber Gedanken zu machen. Andererseits arbeite ich seit Jahren im Betrieb mit und bin mit der gesamten Situation groß geworden. Ich habe zum Glück ein super Team an meiner Seite, ohne die ich momentan neben Studium, alles nicht so meistern könnte, wie wir es gerade machen. Sie sind mir alle eine große Stütze, für das ich jeden Tag sehr dankbar bin, dass ich mit so großartigen Menschen zusammenarbeiten darf. Sie geben mir viel Rückhalt, die MitarbeiterInnen sowie meine gesamte Familie wie aber auch meine Freunde. Ich hatte bei der Übernahme abgesehen von meinem Team besonders viel Rückhalt seitens meines Freundeskreises, was ich nicht für selbstverständlich halte. Somit möchte ich mich bei allen die immer hinter mir stehen bedanken!“

Ich bin sehr stolz darauf, was meine Familie in den letzten Jahrzehnten hier alles aufgebaut hat!

Anna-Carina Supantschitsch

Neben deiner Aufgabe als „Chefin“ bist du auch Studentin?
„Ja, ich studiere noch nebenbei Erziehungs- und Bildungswissenschaften auf der Uni in Klagenfurt. Der Beginn meines Studiums war zu Covid-Zeiten. Nachdem ich aber noch immer Vollzeit studiere, schließe ich Anfang 2024 mein Studium ab. Bis vor kurzem war ich auch noch als Sozialpädagogin in Ausbildung tätig. Wegen der Übernahme kann ich dem nicht mehr nachgehen. Ich übe beide Seiten sehr gerne aus, da für mich Abwechslung im Leben sehr wichtig ist. Und natürlich die Übernahme des gesamten Betriebes nicht so frühzeitig geplant war. Mich interessiert der soziale Bereich sehr, da ich von klein auf schon immer Menschen helfen wollte, die Unterstützung brauchen. Oft kommt aber alles anders als geplant und somit freue ich mich sehr über meine neue Herausforderung.“

Anna-Carina Supantschitsch mit ihrer langjährigen Mitarbeiterin Gabi Smonjak, die bereits seit 25 Jahren im Familienbetrieb angestellt ist. ©Varh-Tropper

Deine Woche ist mit Studium und deiner Arbeit beim Tamischwirt gut ausgefüllt. Was machst du in deiner Freizeit?  
„Freizeit ist momentan so eine Sache. Viel davon habe ich in letzter Zeit nicht gehabt. Was aber für mich nicht schlimm ist, da ich es sehr gerne mache und eine Übernahme immer mit viel Zeit verbunden ist. Aber wenn man mit Herz dabei ist, ist es nicht schlimm für einen, wenn im Moment nicht so viel Zeit für Freizeit bleibt. In meiner Freizeit verbringe ich die Zeit aber sehr gerne bei meinen drei Pferden und bin gerne unterwegs. Ich bin eigentlich immer unterwegs, weil ich bin kein Mensch der ruhig sitzen kann.“

Wird es durch deine Übernahme Neuerungen geben?
„Ja, es gibt viele Neuigkeiten. In der Tankstelle wird es Neuerrungen im Shop geben. Auch das Sortiment der Trafik wird ausgeweitet.“

Ihre Familie, Freunde und auch ihre Mitarbeiter geben Anna-Carina viel Rückhalt ©Varh-Tropper

„Im Gasthaus haben wir die Öffnungszeiten geändert. Wir kochen nun von Donnerstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 19 Uhr aus. Auf Vorbestellung sperren natürlich auch außerhalb unserer Öffnungszeiten sehr gerne auf oder kochen länger aus. Die Speisekarte wurde ebenso überarbeitet. Jeden Monat wird es Themenabende geben, aber dazu will ich noch nicht zu viel verraten, da alles noch in Planung ist. Jede Woche wird es abwechseln eine Zusatzkarte zusätzlich zur „Standard“ Speisekarte geben, mit Speisen, die sich wöchentlich ändern.“

Der Ideenreichtum der smarten Jungunternehmerin ist so gesehen grenzenlos, aber, wie sie sagt, jede Idee braucht seine Zeit. „Jeder der mich kennt würde jetzt sagen: es wird spannend, wenn die Anna Ideen hat!
Auch VK24 ist gespannt, welche Ideen in Greuth 14 noch umgesetzt werden.😉

  • Online: 18.04.2023 - 16:51