Bezirk Völkermarkt
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Wertvolle Arbeit!

Bezirk Völkermarkt: Pilotprojekt zur Bewaldung von kahlen Waldflächen gestartet

Die Unwetter im Vorjahr haben im Bezirk Völkermarkt schwere Waldschäden angerichtet. Ein Großteil des Schadholzes wurde bereits aus den Wäldern gebracht. Nun hat LHStv. Martin Gruber mit der Landesforstdirektion ein Pilotprojekt zur raschen Wiederbewaldung im Jauntaler Gebiet „Dobrowa“ gestartet und finanziert.

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Die Unwetter im Sommer 2023 haben im Bezirk Völkermarkt zahlreiche Hektar Waldfläche zerstört. Inzwischen konnten 70 Prozent der Waldschäden aufgearbeitet und das Schadholz aus den Wäldern gebracht werden. Um die nun kahlen Böden vor weiteren Wetterextremen zu schützen, müssen sie so rasch wie möglich wieder bewaldet werden.

70 Prozent der Waldschäden in Unterkärnten sind aufgearbeitet. Jetzt gilt es, Kahlflächen rasch und kostengünstig wieder zu bewalden. Dafür wurden Samen von „Pionierpflanzen“ händisch auf Schneedecke ausgebracht. 
©Abt. 10/Land Kärnten

„Solche Aufforstungsmaßnahmen sind für Waldbesitzer allerdings mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden. Um die Betroffenen finanziell zu entlasten, haben wir mit der Landesforstdirektion ein Pilotprojekt gestartet, das eine rasche und vor allem günstige Bewaldung zum Ziel hat“, sagt Forstreferent LHStv. Martin Gruber. Dafür wird auf eine sehr alte Technik der Wiederbewaldung zurückgegriffen, die sich „Schneesaat“ nennt: Im Jauntaler Gebiet „Dobrowa“, südlich von Völkermarkt, haben vor kurzem 20 Mitarbeiter der Landesforstdirektion ca. 16 Kilo Baumsamen auf einer Schadfläche von rund 58 Hektar mit der Hand ausgebracht. Rund 100 Arbeitsstunden wurden für das Pilotprojekt aufgewendet. Die Kosten für das Saatgut belaufen sich auf rund 5.000 Euro, die vom Agrarreferat des Landes übernommen wurden. „Eine kleine Maßnahme, mit großer Wirkung. Denn hier entsteht ein Wald der Zukunft“, so Gruber.

©Abt. 10/Land Kärnten

Auf diese Weise soll schnell und kostengünstig ein so genannter Vorwald begründet werden. Dabei werden Samen von „Pionierpflanzen“ wie Birke und Schwarzerle, die besonders resistent sind und bodenverbessernde Wirkung haben, händisch auf den schneebedeckten Flächen ausgebracht. Mit der Schneeschmelze werden die Samen in die oberste Rohbodenschicht eingeschwemmt und bis zur Keimung im Frühjahr „feucht“ gelagert. Gerade diese Baumarten sollten in der Lage sein, mit den rauen Bedingungen auf den Kahlflächen am besten zurecht zu kommen. Wenn die Saat aufgeht und sich die jungen Bäume etablieren, sind zwangsläufig keine weiteren Aufwendungen für die Wiederaufforstung notwendig.

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  • Online: 07.02.2024 - 12:47