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Firmeninsolvenz 2024: Dramatischer Anstieg im 1. Quartal in Kärnten

Kärnten hat im Vergleich zu Restösterreich im Bereich der insgesamten Firmeninsolvenzen die zweithöchste Steigerungsrate. Somit wurden durchschnittlich neun Firmen pro Woche im ersten Quartal 2024 in Kärnten insolvent, gibt Alpenländischer Kreditorenverband Europa heute bekannt.

Insolvenzstatistik in Kärnten im 1. Quartal 2024 ©pixabay

Wie die aktuellen Fallzahlen vom AKV Europa zeigen, hat Kärnten im Bereich der insgesamten Firmeninsolvenzen (eröffnete Verfahren und abgewiesene Verfahren) mit 64,18 Prozent die zweithöchste Steigerungsrate in Österreich. Die Steigerungsrate allein bei den eröffneten Firmeninsolvenzen ist noch besorgniserregender, diese ist in Kärnten um 72,97 Prozent gestiegen.

Meisten Insolvenzen in der Gastronomie

Auffallend ist, dass in Kärnten zunehmend über Jahre produktive bzw. am Markt lang etablierte Unternehmen insolvent werden. Verantwortlich dafür sind nicht nur die Inflation mit gestiegenen Preisen und Kreditzinsen, sondern auch die durch die Coronapandemie mit staatlichen Hilfen künstlich am Leben gehaltenen sogenannten „Zombieunternehmen“. „Diese Firmen binden Arbeitskräfte, Boden und Kapital und bremsen damit die Entwicklung noch gut funktionierender Unternehmen, dämpfen deren Produktivität und verschlechtern die finanzielle Situation“, erklärt AKV Europa.

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Dass der Anteil dieser sogenannten Zombieunternehmen noch sehr hoch ist, zeigt auch das Niveau der Insolvenzen, die mangels Masse abgewiesen wurden. Der Anteil dieser abgewiesenen Insolvenzen beträgt in Kärnten im ersten Quartal rund 45 Prozent und hat im Vergleich zum 1. Quartal 2023 um 53,33 Prozent zugenommen.

Die meisten Insolvenzen in Kärnten waren in der Gastronomie zu verzeichnen. Diese Branche leidet besonders unter den höheren Personalkosten, gestiegenen Lebensmittelpreisen, Personalmangel und nun fälligwerdende COFAG-Förderungen und führt die Branchenstatistik in Kärnten deutlich an. Die Zahl der Insolvenzen in der Gastronomie stieg im Vergleich zum 1. Quartal 2023 um rund 30 Prozent und es trifft überwiegend kleine und junge Gastbetriebe, die nicht älter als 5 Jahre sind. Mit einem weiteren Anstieg in diesem Bereich ist in diesem Jahr zu rechnen. Weitere Hauptverlierer der Krisenabfolge in Kärnten sind der Handel und Bauwirtschaft.