Deutsch, Slowenisch, Italienisch, Englisch: Dass viele Sprachen viele Chancen eröffnen, stellen die Julius-Kugy-Klassen am slowenischen Gymnasium in Klagenfurt seit 25 Jahren eindrucksvoll unter Beweis. Das Jubiläum wurde Donnerstagabend in der Neuen Burg in Völkermarkt gefeiert. Dabei ging es um die gute bilaterale Zusammenarbeit sowie um die weitere Entwicklung der slowenischen Volksgruppe in Kärnten und der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien. Die traditionelle „Schulakademie/Šolska akademija“ des Gymnasiums wurde auch genutzt, um sich von Schulleiterin Zalka Kuchling zu verabschieden. Sie wurde vom Elternverein mit dem Volbank-Preis ausgezeichnet.
Die Ehrengäste
Der Feier mit dabei waren u.a. Landeshauptmann Peter Kaiser, die slowenische Staatspräsidentin Nataša Pirc Musar, Österreichs Botschafterin in Slowenien, Elisabeth Ellison-Kramer, der slowenische Generalkonsul Anton Novak und Völkermarkts Bürgermeister Markus Lakounigg.
Für die musikalische Umrahmung sorgten der Oberstufenchor unter Leitung von Roman Verdel, der Unterstufenchor unter Leitung von Sandra Lampichler sowie der Gemischte Chor Lipa.
Im Rahmen der Feier wurde Schulleiterin Zalka Kuchling für ihre Leistungen um das slowenische Gymnasium auch von Sabine Sandrieser und Miha Vrbinc von der Bildungsdirektion für Kärnten sowie von Elternvereins-Obfrau und Vertreterin der Kugy-Gemeinschaft Gitti Neuwersch gewürdigt. Martin Kuchling sprach für den slowenischen Kulturverein Lipa, der heuer Partnerverein des Gymnasiums ist.
Lobende Worte von Landeshauptmann Kaiser
Bei der Festveranstaltung zu 25 Jahre Julius-Kugy-Klassen bezeichnete LH Peter Kaiser diese als Leuchtturmprojekt der Bildung sowie der Pflege regionaler Identität. Als solches habe es sich europaweit einen Namen gemacht. „Vielfalt fördert und die Investition in Sprachen ist eine Investition in den Frieden“, betonte Kaiser. Namenspatron Julius Kugy sei beispielgebend für dieses Zusammenführen der Sprachen und Kulturen gewesen. Der Landeshauptmann hob hervor, dass die Julius-Kugy-Klassen wissenschaftlich begleitet werden und dass das Konzept auf Internationalität, Austausch und das Kennenlernen anderer Kulturen setzt. Auch sein Sohn Luca habe die Julius-Kugy-Klassen besucht: „Als stolzer Vater kann ich sie nur weiterempfehlen.“
Staatspräsidentin Musar hob die Wichtigkeit einer Kultur des Akzeptierens und Akzeptiertwerdens hervor. Die EU habe Länder zusammengeführt, die durch die Lasten ihrer Vergangenheit und Misstrauen getrennt waren. „Vielfalt verleiht uns Aufschwung“, so Musar. Slowenien und Österreich seien wirtschaftlich und infrastrukturell eng verflochten, aber auch durch die slowenische Minderheit in Österreich und die deutschsprachige Gemeinschaft in Slowenien. Die Staatspräsidentin hob die Bedeutung zweisprachiger Bildungseinrichtungen ebenso hervor wie der slowenischen Vereine und Kulturschaffenden. „Sprache muss ihre öffentliche Dimension bewahren“, betonte sie. Julius Kugy bezeichnete sie als Völkervereiniger.