Erinnerung und Dank
Gedenkveranstaltung für Opfer des Sturmunglücks 2022
Blick nach St. Andrä im Lavanttal: Heute fand beim Mettersdorfer See eine Gedenkfeier für die Opfer des fatalen Unwetters aus dem Jahr 2022 statt.
Am 18. August 2022 zog ein Gewitter mit heftigen Sturmböen durch Kärnten. Am Mettersdorfer See bei St. Andrä ereignete sich innerhalb weniger Minuten ein tragisches Unglück. Zwei Kinder, Christina und Eva, kamen durch umstürzende Bäume ums Leben. Mehrere Menschen wurden verletzt.
Heute wurde im Beisein von LH Peter Kaiser und Katastrophenschutzlandesrat Daniel Fellner ein Denkmal für die Sturmopfer gesegnet. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Maria Knauder überreichten Kaiser und Fellner an die vielen Einsatzkräfte und Zivilpersonen, die damals geholfen, gerettet, geborgen und koordiniert haben, Ehrungsurkunden der Stadtgemeinde St. Andrä.
Ein großer Dank ergeht an die Wasserrettung, das Rote Kreuz, die Feuerwehren, die Polizei, die Flugrettung, die Bergrettung, das Team der Freizeitanlage St. Andräer See, das Kinderschutzzentrum DELFI sowie die zivilen Helferinnen und Helfer.
Ergreifende Statements im Rahmen der Gedenkfeier
„Es ist unsere Pflicht und noch viel mehr unser Herzensanliegen, euch allen Danke zu sagen“, betonte Kaiser. Kärnten sei sehr stolz darauf, so viele Menschen zu haben, die sich für andere einsetzen, die Zivilcourage zeigen, die auch bereit seien, das eigene Leben für die Rettung anderer zu riskieren. Der Landeshauptmann war 2022 kurz nach dem Unglück vor Ort und sprach damals mit vielen der im Einsatz stehenden Personen. „Diese Situation war das Leben in seiner schlimmsten und extremsten Form. Neben der Nachbetreuung aller Betroffenen ist es auch wichtig, daraus als Gesellschaft zu lernen“, sagte er.
Fellner sagte offen, dass er seit einigen Tagen überlegt habe, was er bei der heutigen Gedenkveranstaltung sagen solle. „Jede und jeder hat eine Erinnerung an diesen Tag, die wohl nie weggeht“, meinte er. Er sei damals gerade im Urlaub gewesen und habe sich oft gefragt: „Warum war ich nicht da, warum konnte ich nicht vor Ort helfen?“ Das heute eröffnete Denkmal solle trösten „wie eine Hand auf der Schulter. Ohne Worte, weil wir hier nicht die richtigen Worte finden werden.“
Bürgermeisterin Knauder sagte, dass das Denkmal dabei helfen solle, die Situation zu fassen und zu begreifen. Es sei ein besonderer Platz, um an die Sturmopfer zu denken: „Glaube, Liebe und Hoffnung sollen Trost spenden.“ Knauder sagte, dass im August 2022 rund 150 Menschen am Mettersdorfer See im Einsatz standen, darunter auch einige sehr junge Mitglieder der Wasserrettung. Aus dem Nichts habe sich ein wunderschöner Badetag in einen Alptraum verwandelt. „Doch so viele haben in den Stunden der Panik und Verzweiflung anderen Menschen geholfen.“
Bei der Gedenkfeier waren neben den betroffenen Familienmitglieder auch Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin, Präsident des Roten Kreuzes in Kärnten Martin Pirz, Landesrettungskommandant Georg Tazoll sowie Vertreterinnen und Vertreter der Nachbargemeinden anwesend. Für die würdige musikalische Umrahmung sorgten ein Bläserquartett der Stadtkapelle St. Andrä und „Die Neffen von Tante Eleonor“.
Online: 26.07.2024 - 13:48
