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Bad Eisenkappel: Verein Peršman zeigt sich nach Polizeieinsatz tief betroffen

Nach dem polizeilichen Großeinsatz am 27. Juli 2025 bei der Gedenkstätte Peršmanhof in Bad Eisenkappel hat sich der verantwortliche Verein in einer Presseaussendung zu Wort gemeldet. Die Verantwortlichen kritisieren das Vorgehen der Behörden und fordern eine umfassende Aufklärung.

Symbolfoto Polizei ©Kattnig

Der Verein Peršman, Betreiber der gleichnamigen Gedenkstätte in Bad Eisenkappel, äußert sich in einer Presseaussendung besorgt über den polizeilichen Einsatz vom vergangenen Sonntag. Dieser fand während eines mehrtägigen antifaschistischen Bildungscamps statt, das anlässlich des 80. Gedenkjahres zum Ende des Zweiten Weltkriegs organisiert wurde.

Kritik am Einsatzort und Zeitpunkt

Der Verein verweist auf die historische Bedeutung des Peršmanhofs, an dem im April 1945 elf Angehörige der Familien Sadovnik und Kogoj von einem SS- und Polizeiregiment ermordet wurden. Das gewaltsame Einschreiten der Exekutive an diesem Ort werde als pietätlos empfunden. Der Vereinsobmann Markus Gönitzer spricht von fehlender Sensibilität gegenüber dem geschichtlichen Kontext und betont die Rolle des Museums als Ort der Bildung und Erinnerung.

Veranstaltende fordern Aufarbeitung

Laut den Ausrichtern des Camps, darunter der Klub Slowenischer Studierender in Wien, wurde ihnen gegenüber unter anderem ein „sittenwidriger Umgang mit der Gedenkstätte“ als Grund für den Einsatz genannt. Diese Begründung wird vom Verein Peršman scharf zurückgewiesen.

Emotionale Reaktionen von Zeitzeugen und Nachfahren

Auch Angehörige der betroffenen Familien und Vertreter der Kärntner Slowenischen Volksgruppe äußerten sich. Bernard Sadovnik, Nachfahre einer betroffenen Familie und Vorsitzender des Volksgruppenbeirats, bezeichnete den Einsatz als „traumatisierend“. Für viele Beteiligte sei das Geschehene ein emotionaler Einschnitt gewesen, so auch Meta Vouk, Mitorganisatorin des Camps, die von einer Re-Traumatisierung sprach.

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Juristische und politische Schritte werden geprüft

Der Verein kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen und fordert eine politische Aufarbeitung des Vorfalls. Eva Hartmann, stellvertretende Obfrau des Vereins, unterstreicht, dass man sich durch den Vorfall nicht von der Gedenk- und Bildungsarbeit abbringen lasse. Ziel sei es weiterhin, antifaschistische Werte generationenübergreifend zu vermitteln.

LH Kaiser ruft zu gemeinsamen Termin auf

Nachdem gestern bekannt wurde, dass ein Camp an der Gedenkstätte Peršmanhof mittels Polizeieinsatzes beendet worden ist, lud LH Peter Kaiser zu einem Gesprächstermin. Er selbst nehme diesen Zwischenfall zum Anlass, und leite erste Schritte ein, um solche Eskalationen künftig zu verhindern.

„Der Peršmanhof ist ein Ort des Gedenkens. Ein Ort, der uns daran erinnern soll, dass Hass und Gewalt in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen“, hält Kaiser gestern Abend fest. Der Landeshauptmann werde daher nach Beendigung des Camps die Museumsleitung, die Vertreter des Verfassungsschutzes, der Bezirkshauptmannschaft und der Gemeinde zu einem Gespräch einladen. Gemeinsam sollen Wege erarbeitet werden, um die Gedenkkultur an diesem Ort – selbstverständlich stets in gesetzlichem Rahmen – zu gewährleisten.