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Früher Kult, heute Geschichte: Das Ende des Libro in Völkermarkt

Für viele Millennials in Völkermarkt war der Libro mehr als nur ein Geschäft – er war ein Stück Jugendkultur. Von der ersten CD bis zum ersten MP3-Player: Hier begann so manche persönliche Technikgeschichte. Diese Woche hat die letzte Filiale endgültig ihre Türen geschlossen.

Letzte Tage der Libro-Filiale im Völkermarkter Einkaufszentrum: Nach dem Umzug aus der Innenstadt konnte der Standort nie an frühere Zeiten anknüpfen

Völkermarkt – Für die Millennials (Jahrgänge ca. 1980–2000), die ihre Jugend in Völkermarkt verbrachten, war der Libro mehr als nur ein Geschäft – er war ein Fixpunkt im Alltag. Damals, als ein spontaner Abstecher nach Klagenfurt für die neuesten CDs keine Option war und es noch kein Internet gab, um Songs einfach herunterzuladen, war der Libro in der Innenstadt die erste Anlaufstelle. Man hoffte jedes Mal, dass die neue Lieblings-CD schon im Regal stand.

Die ehemalige Libro-Filiale in der Mettingerstraße: Seit dem Auszug des Geschäfts fand sich hier kein neuer Nachmieter

Wer zwischen Schule und Bus noch Zeit hatte – besonders viele Schülerinnen – nutzte die Gelegenheit für einen schnellen Besuch. In gewisser Weise war der Libro damals das, was heute Amazon ist: ein Ort, an dem man alles Mögliche finden konnte. Ob das erste Smartphone mit Wertkartentarif vom Mobilfunkanbieter ONE (den es längst nicht mehr gibt) oder das erste eigene, unabhängige Internetpaket unter der eigenen Marke LiOn (Libro Online)– Libro brachte die Welt nach Völkermarkt. Videogames, DVDs in HD-Qualität, Bücher, Schulhefte, der erste MP3-Player – hier fand man, was man brauchte.

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Als der Standort schließlich vom Stadtzentrum ins Einkaufszentrum zog, veränderte sich vieles. Aus dem Treffpunkt mit Persönlichkeit wurde ein unübersichtlicher Laden, bei dem man oft nicht wusste, was es gerade gibt. Die Anziehungskraft ließ nach, und der Umsatz wohl auch.

Heute heißt es endgültig: Tschüss Libro. Danke für unzählige kleine Momente, für den Duft neuer CDs und frisch ausgepackter Elektronik, für spontane Stöberrunden zwischen zwei Bussen – und für eine Jugend, die ohne dich anders gewesen wäre.