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MERLIN geht in Betrieb: Neue Notfallkommunikation für den Blackout-Fall

Was tun, wenn im Krisenfall alle klassischen Kommunikationswege ausfallen? In der Gemeinde Neuhaus gibt es darauf bald eine zukunftsweisende Antwort: MERLIN. Das steht für "MEssagingsystem mit Regionaler Lora INfrastruktur" und…

MERLIN soll ein krisensicherer Kommunikationsknoten sein: stromautark, lokal vernetzt und bereit für den Ernstfall ©GDE Neuhaus

Was tun, wenn im Krisenfall alle klassischen Kommunikationswege ausfallen? In der Gemeinde Neuhaus gibt es darauf bald eine zukunftsweisende Antwort: MERLIN. Das steht für „MEssagingsystem mit Regionaler Lora INfrastruktur“ und ist ein energieautarkes System zur Übermittlung von Textnachrichten bei Stromausfall und Netzausfall. Entwickelt wurde das System in enger Zusammenarbeit mit dem ROLORAN-Projektteam der Universität der Bundeswehr München.

Zweite Generation wird präsentiert

In der zweiten Septemberhälfte 2025 wird das System an zehn Standorten im Gemeindegebiet in Betrieb genommen und der Bevölkerung vorgestellt. Herzstück der Infrastruktur sind zehn sogenannte MERLIN-Basen: ausgemusterte Telefonzellen, ausgestattet mit Solarpanelen, Batterien, Displays, Tastaturen und LoRa-Kommunikationstechnik.

Krisensicher und offen

Die MERLIN-Basen funktionieren völlig stromunabhängig. So können im Fall eines Blackouts wichtige Informationen empfangen und gesendet werden. Auch für Privathaushalte stehen in limitierter Stückzahl mobile MERLIN-Messenger zur Verfügung.

Mit den Prototypen konnten 2024/2025 erste Erfahrungswerte gesammelt und die Eignung von LoRa für eine Krisen-Notfallkommunikation über Textnachrichten bestätigt werden. ©GDE Neuhaus

„Wir zeigen mit MERLIN, wie man moderne Funktechnologie nutzen kann, um Resilienz auf Gemeindeebene zu stärken. Gerade in Regionen mit schwieriger Topografie und schwacher Mobilfunkabdeckung ist das ein echter Fortschritt“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Hommel.

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Präsentation und Ausblick

Die Infrastruktur wird im Rahmen mehrerer Veranstaltungen vorgestellt. Am 22. September um 18 Uhr gibt es eine Infoveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger. Zwei Tage später, am 24. September, findet ein Fachexpertenaustausch und eine Pressekonferenz statt.

In den kommenden Monaten sind weitere Schritte geplant: die Ausgabe mobiler Endgeräte, die Integration von Sensoren wie Wetterstationen und Pegelmessungen sowie die Einbindung besonders schutzbedürftiger Zielgruppen.

„MERLIN ist mehr als ein Pilotprojekt – es ist ein Vorzeigeprojekt für moderne, resiliente Daseinsvorsorge auf Gemeindeebene,“ betont Prof. Hommel.