Von Jänner bis September 2025 wurden in Kärnten 491 Schuldenregulierungsverfahren eröffnet. Das entspricht einem Zuwachs von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die vorläufigen Passiva belaufen sich auf 44 Millionen Euro.
Trotz steigender Lebenshaltungskosten und höherer Kreditbelastungen sank die durchschnittliche Verschuldung pro Schuldner auf rund 89.000 Euro – deutlich unter dem Österreichschnitt von 140.000 Euro. Kärnten weist damit bundesweit den stärksten Anstieg bei Privatinsolvenzen auf. Für das Gesamtjahr rechnet der KSV1870 mit bis zu 650 Fällen.
Unternehmenspleiten auf Rekordkurs
Auch die Zahl der Firmenpleiten entwickelt sich deutlich nach oben: 296 Insolvenzen wurden bis Ende September gezählt, ein Plus von 11,3 Prozent. Besonders betroffen sind die Branchen Handel, Bau sowie Gastronomie und Beherbergung, die zusammen knapp die Hälfte aller Fälle ausmachen.
Auffällig ist zudem der Anstieg der mangels Kostendeckung nicht eröffneten Verfahren: 113 Unternehmen mussten schließen, ohne dass ein reguläres Verfahren möglich war. Die Passiva der Unternehmensinsolvenzen sanken hingegen auf rund 271 Millionen Euro, nach 309 Millionen im Vorjahr.
Prognose bis Jahresende
Der KSV1870 erwartet, dass sich die Entwicklung sowohl bei Privat- als auch bei Unternehmensinsolvenzen fortsetzen wird. Bis Jahresende könnten bis zu 390 Firmenpleiten und rund 650 Privatkonkurse in Kärnten registriert werden.