Die Sonderschau „Hans Sima – ein politisches Leben“ macht Station im Werner-Berg-Museum in Bleiburg. Am 1. Oktober wurde die Fotoausstellung von Kulturreferent LH Peter Kaiser im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnet. Unter den Anwesenden waren Altlandeshauptmann Gerhard Dörfler, Landtagspräsident Reinhart Rohr, die slowenische Konsulin Maja Balant Slobodjanac sowie die Landtagsabgeordneten Hermann Srienz und Manuela Lobnik.
Würdigung eines politischen Visionärs
In seiner Rede hob Kaiser die Verdienste Hans Simas hervor. Er bezeichnete ihn als Politiker, der seiner Zeit voraus gewesen sei und das Land Kärnten nachhaltig geprägt habe. Zu Simas Leistungen zählte Kaiser unter anderem die Gründung der Universität Klagenfurt und die Gemeindereform. Auch wenn diese Entscheidungen damals auf Kritik stießen, hätten sie sich als wegweisend erwiesen. Die Ausstellung sei eine Würdigung eines Mannes, der unbeirrt für seine Überzeugungen eingetreten sei, so Kaiser.
Rückblick auf die Ortstafelfrage
Altlandeshauptmann Gerhard Dörfler erinnerte an die Lösung der Ortstafelfrage im Jahr 2011. Obwohl Kärnten damals Teil der EU war, habe es dennoch erhebliche Widerstände gegeben. Erst nach langen Verhandlungen sei eine Einigung gelungen, erklärte Dörfler.
Historischer Kontext
Historiker Oliver Rathkolb stellte das Wirken Simas in einen größeren Zusammenhang. Er betonte, dass Sima stets das Gemeinsame in den Mittelpunkt gestellt habe, um grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern. Was heute selbstverständlich erscheine, sei in den 1960er-Jahren visionär gewesen.
Persönliche Erinnerungen und lokale Bezüge
Arthur Ottowitz, Leiter des Werner-Berg-Museums, verwies auf Simas Verbindung zu Bleiburg. Er habe die Gründung einer Werner-Berg-Galerie unterstützt und sei 1968 bei der Eröffnung dabei gewesen. Auch Harald Scheicher, Enkel des Künstlers, erinnerte an die persönliche Beziehung zwischen Sima und seinem Großvater.
Politisches Leben in Bildern
Die Fotoausstellung wurde vom Museum Villach, der Universität Wien, der Arbeiterkammer Kärnten und der Hans-Sima-Privatstiftung organisiert. Sie beleuchtet das Leben des 1918 in Saifnitz geborenen Politikers, der von 1965 bis 1974 Landeshauptmann von Kärnten war. Sima galt als Modernisierer, Brückenbauer und Förderer der Kunst. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem Dialog mit der slowenischen Volksgruppe sowie der Entwicklung der Alpen-Adria-Region.
Rückzug aus der Politik
Die Auseinandersetzungen rund um die zweisprachigen Ortstafeln führten schließlich 1974 zu Simas Rücktritt vom Amt des Landeshauptmanns. Er zog sich danach aus der aktiven Politik zurück. Sima starb 2006 in Klagenfurt, sein politisches Vermächtnis aber wirkt bis heute nach.