Blick nach Stein im Jauntal
Österreichische UNESCO-Kommission bestätigt: Striezelwerfen wird Immaterielles Kulturerbe
Sechs neue Einträge erweitern seit heute das nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Sie sollen zeigen wie lebendige Praxis kulturelle Identität formt und Zukunft stiftet.
Die Österreichische UNESCO-Kommission nimmt am 6. November 2025 sechs neue kulturelle Praktiken in das nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes auf. Damit sind 178 lebendige Traditionen im Land offiziell dokumentiert und bewusst als tragendes Alltagswissen ausgewiesen.
Gelebtes Wissen statt musealer Erinnerung
Die UNESCO erklärt Immaterielles Kulturerbe als das, wie Menschen feiern, lernen, gestalten und Wissen weitergeben. Es umfasst mündlich Überliefertes, künstlerische Ausdrucksformen, gesellschaftliche Rituale, Feste, traditionelles Handwerk und lokales Naturwissen. Es geht also nicht um museale Objekte, sondern um gelebte Gemeinschaftspraxis, die weitergegeben wird und in ihren Communities Bedeutung und Bindung erzeugt.
Striezelwerfen in Stein im Jauntal
Eine der jetzt anerkannten Praktiken seitens der UNESCO ist das Striezelwerfen in Stein im Jauntal. Diese Tradition geht zurück auf die Armenstiftung der Hildegard von Stein und wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Februar in St. Kanzian gefeiert. Vom Balkon der ehemaligen Burgmeierei werden Agatha-Striezel, kleine Roggenbrotlaibe, geweiht und in die wartende Menge geworfen.
Hunderte Menschen versuchen, einen Striezel zu fangen – wer einen bekommt, gilt als symbolisch gestärkt und geschützt. Bis heute wird dieser Akt als sichtbares Zeichen geteilter Fürsorge und Schutzgemeinschaft verstanden und bleibt damit ein zutiefst gegenwärtiger Ausdruck kultureller Kontinuität. Hier geht’s zum Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich.
Online: 06.11.2025 - 14:40
