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Pflege, Seezugänge & Wohnbeihilfe

Kärntner Landesregierung beschließt soziale Maßnahmen und Investitionen

In ihrer 60. Sitzung präsentierte die Kärntner Landesregierung zahlreiche Beschlüsse mit Fokus auf Pflege, leistbares Wohnen, Kulturförderung und Seezugänge. Auch Südkärnten profitiert.

Die 60. Regierungssitzung der Kärntner Landesregierung brachte am 25. November ein umfangreiches Paket an sozialen und infrastrukturellen Maßnahmen. Landeshauptmann Peter Kaiser betonte im Pressefoyer, dass vor allem im Bereich Pflege, Wohnunterstützung und öffentliche Zugänge zu Kärntens Seen entscheidende Beschlüsse gefasst wurden.

Pflegebonus bleibt – Kärnten zeigt Haltung

Während andere Bundesländer den Pflegebonus zurückfahren, setzt Kärnten ein klares Zeichen: Auch 2026 erhalten Pflegekräfte 2.460 Euro brutto pro Vollzeitstelle. Dafür wurden rund 21,5 Mio. Euro genehmigt. Ebenso wird der erhöhte Sockelbetrag für stationäre Einrichtungen bis Ende 2026 weitergeführt – ein Budgetposten von 18,5 Mio. Euro. „Wer pflegt, verdient Verlässlichkeit, keinen Sparbeitrag“, betonte Gesundheitslandesrätin Beate Prettner.

Kärnten zahlt auch 2026 den sogenannten Pflegebonus in Höhe von 2.460 Euro brutto pro Vollzeitstelle weiter – insgesamt sind das rund 21,5 Millionen Euro aus dem Pflegefonds des Bundes.  ©freepik/varh

Öffentliche Seezugänge werden ausgebaut

Gute Nachrichten auch für alle, die Kärntens Seen genießen wollen: In Döbriach am Millstättersee wird ein neuer freier Seezugang eingerichtet, gefördert mit 80.000 Euro aus der Motorbootabgabe. Besonders relevant für Südkärnten: Am Klopeiner See bleibt ein öffentliches Seegrundstück erhalten – es wird erneut an die Kommunalgesellschaft St. Kanzian verpachtet, der Pachtzins wurde angepasst.

Wohnbeihilfe wird valorisiert

Ein weiteres zentrales Thema war die Weiterentwicklung der Wohnbeihilfe. Die Einkommensgrenzen für Menschen mit Behinderung werden erhöht, die Bezugsdauer für Pensionisten verlängert. Ab 1. Jänner 2026 wird die Wohnbeihilfe außerdem valorisiert.

Kultur, Jugend & Infrastruktur

Auch kulturelle und bildungspolitische Maßnahmen wurden beschlossen: Das Projekt „Komm zur Kultur“ ermöglichte heuer bereits 5.000 Kindern die kostenlose Anreise zu Kulturveranstaltungen. Und im Rosental wird in St. Jakob der Sportcampus mit 150.000 Euro vom Land für Tribünen und Lagerräume unterstützt – Synergieeffekte mit dem Bildungscampus inklusive.

©pixabay

Kritiklos?

Die Beschlüsse sind – trotz ihrer sozialen Handschrift – nicht frei von Kritik. Zwar bekennt sich Kärnten zu Pflege und Infrastruktur, jedoch bleibt fraglich, wie nachhaltig manche Maßnahmen finanziert werden können – besonders im Hinblick auf steigende Budgetbelastungen. Der Landeshauptmann sprach von einem notwendigen Kompromiss im Rahmen des Stabilitätspakts. Offen bleibt, wo künftig gespart wird, wenn nicht bei den sozialpolitischen Errungenschaften.

  • Online: 25.11.2025 - 15:18
  • Edit: 25.11.2025 - 15:20