Kärnten
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Land präsentiert erste Schritte des RSG 2030

Gesundheitsreform: Bleiburg erhält Primärversorgungseinheit bis 2026

Kärnten setzt den neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit 2030 unmittelbar um und startet mit den ersten Projekten. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Primärversorgung und neuen Spezialambulatorien. Ziel ist eine moderne, wohnortnahe und verlässliche Gesundheitsversorgung.

Der Regionale Strukturplan Gesundheit 2030, kurz RSG 2030, wurde zu Wochenbeginn in der Landes-Zielsteuerungskommission beschlossen. Nur wenige Tage später präsentiert das Land die ersten konkreten Schritte. Gesundheitslandesrätin Beate Prettner und Vertreter der Österreichischen Gesundheitskasse betonen, dass der Plan nicht nur ein strategisches Papier sei, sondern sofort in die Umsetzung gehe. Der Bund bezeichnete den Kärntner Entwurf bereits im Vorfeld als innovativ, da jeder Fondskrankenanstalt erstmals ein klar definierter Versorgungsauftrag zugewiesen wird.

Parallel zum Kärntner RSG-Beschluss wurden bereits die ersten konkreten Maßnahmen auf den Weg gebracht: Georg Steiner, LR.in Beate Prettner und Andreas Huss ©Büro LR.in Prettner

Fokus auf Primärversorgung: Neue Zentren in Kärnten geplant

Im Mittelpunkt der ersten Maßnahmen steht der Ausbau der Primärversorgung. In den Bezirken Feldkirchen und St. Veit entstehen die ersten neuen Primärversorgungseinheiten (PVE), die so rasch wie möglich ausgeschrieben werden sollen. Der Reformplan sieht vor, von 2026 bis 2030 jedes Jahr zwei weitere dieser Zentren zu errichten.

Auch für die vier bereits geplanten PVE aus dem aktuellen RSG 2025 gibt es nun fixe Eröffnungstermine. Wolfsberg, Spittal und Bleiburg sollen im Oktober 2026 starten. In Villach verzögert sich die Inbetriebnahme aufgrund umfangreicher Bauarbeiten bis April 2027.

Spezialambulatorien sollen Spitäler entlasten

Parallel zum Ausbau der Grundversorgung setzt Kärnten auf die Errichtung von bis zu acht Spezialambulatorien. Diese sollen künftig Leistungen anbieten, die bisher nahezu ausschließlich in Krankenhäusern erbracht wurden. Geplant sind Kompetenzzentren unter anderem für Diabetes, Urologie, Augenheilkunde, Dermatologie und Schmerzmedizin.

Für das erste Ambulatorium beginnt nun die Konzeptionierung. Dafür wird ein eigener Bauausschuss eingerichtet. Zudem müssen sich Gesundheitsfonds und Sozialversicherung auf die gemeinsame Finanzierung einigen. Jährlich soll mindestens ein neues Ambulatorium ausgeschrieben werden.

Finanzierung über Gesundheitsreformfonds

Für den Ausbau stehen Mittel aus dem Gesundheitsreformfonds 2026 bis 2030 zur Verfügung, der jährlich rund 500 Millionen Euro umfasst. Das Land will sicherstellen, dass Kärnten möglichst umfassend profitieren kann.

Zweite EVA für Klagenfurt: Entlastung für Spitalsambulanzen

Als weiterer Meilenstein gilt die zweite Erstversorgungsambulanz im Klinikum Klagenfurt. Sie soll bereits im zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen. Die EVA dient als niederschwellige Anlaufstelle für Nicht-Notfälle außerhalb üblicher Ordinationszeiten. Erfahrungen aus Villach zeigen, dass ein Großteil der Patienten ohne zusätzliche Behandlung im Krankenhaus versorgt werden kann. Das Angebot reduziert die Belastung der Spitalsambulanzen deutlich.

Psychosoziale Versorgung wird ausgebaut

Auch im Bereich der psychosozialen Betreuung sind umfassende Verbesserungen vorgesehen. Österreichweit sollen multidisziplinäre Versorgungszentren für Kinder, Jugendliche und Erwachsene entstehen. In Kärnten werden die bestehenden psychiatrischen Therapiezentren in Klagenfurt und Villach weiterhin gemeinsam finanziert. Die Österreichische Gesundheitskasse übernimmt ab 2026 ein Drittel der Kosten. Das Ziel ist, Menschen in akuten Krisen rasch Hilfe in Wohnortnähe zu ermöglichen.

  • Online: 28.11.2025 - 13:24