Die geplante Einführung digitaler Belege ab Oktober 2026 soll die Zettelwirtschaft in Österreichs Gastronomie deutlich reduzieren. Laut Wirtschaftskammer Kärnten fallen durch gedruckte Rechnungen täglich große Mengen an Papier an. Fachgruppenobmann Stefan Sternad sieht in der neuen Regelung daher einen wichtigen Schritt hin zu moderneren und ressourcenschonenderen Abläufen. Die Digitalisierung entlaste die Betriebe im täglichen Handling und spare nicht nur Papier, sondern auch Zeit.
Entlastung im Arbeitsalltag
Ein durchschnittlicher Gastronomiebetrieb widmet rund neun Stunden pro Woche administrativen Aufgaben. Für viele Wirte ist das wertvolle Zeit, die sie lieber in den Gästekontakt investieren würden. Besonders ärgerlich sei bisher gewesen, dass viele Kunden die gedruckten Belege bei kleineren Beträgen gar nicht mitnehmen. In den rund 3.500 Betrieben Kärntens mit täglich knapp 90.000 Gästen komme dadurch erheblich Papiermüll zusammen. Rund 70 Prozent aller Konsumationen liegen unter einem Wert von 20 Euro, was den entstehenden Mehraufwand zusätzlich verstärkt.
Digitale oder gedruckte Belege: Betriebe entscheiden selbst
Mit der neuen Regelung erhalten Gastronomiebetriebe die Möglichkeit, Belege unabhängig vom Rechnungsbetrag digital auszustellen. Die Pflicht zur Belegerteilung bleibt damit vollständig erfüllt. Für Gäste bleibt der Anspruch auf einen gedruckten Beleg weiterhin bestehen. Sternad betont, dass die Freiwilligkeit und die praxisnahen Rahmenbedingungen für die Branche entscheidend seien und zu mehr Rechtssicherheit führen.
Weitere Erleichterungen für die Betriebe
Auch für kleinere Betriebe mit einfachen Registrierkassen erwartet die Wirtschaftskammer verlässliche und handhabbare Vorgaben. Zusätzlich soll die Umsatzgrenze für die sogenannte Kalte Hände Regelung, die Umsätze im Freien betrifft, von bisher 30.000 auf 45.000 Euro angehoben werden. Laut Sternad trägt dies ebenfalls zur administrativen Entlastung der Gastronomie bei.