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Entlastung bei Strom: Das ändert sich ab 2026 für Millionen Haushalte

Die Bundesregierung hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, um die Strompreise im kommenden Jahr deutlich zu senken. Niedrigere Steuern, ein reduzierter Ökostrombeitrag, gebremste Netzkosten und neue Regeln für Energieversorger sollen Haushalte und Betriebe spürbar entlasten.

Die Bundesregierung setzt zahlreiche Maßnahmen, um Stromkosten im kommenden Jahr spürbar zu reduzieren ©pixabay

Mit dem rot-weiß-roten Aufschwung-Paket will die Bundesregierung die Strompreise im kommenden Jahr deutlich senken. Haushalte und Betriebe sollen rasch entlastet werden, während gleichzeitig Maßnahmen für eine stabile und faire Energieversorgung der Zukunft gesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen niedrigere Abgaben, gedämpfte Netzkosten und neue Regeln für Energieversorger. Die Details im Überblick:

Weniger Steuer auf Strom

Ein wichtiger Punkt ist die Senkung der Elektrizitätsabgabe. Diese Abgabe ist eine staatliche Steuer auf Strom und wird pro verbrauchter Kilowattstunde eingehoben. Bisher lag sie bei 1,5 Cent pro Kilowattstunde.

Für Haushalte wird diese Abgabe auf das EU-Mindestniveau von 0,1 Cent gesenkt. Unternehmen zahlen künftig 0,82 Cent pro Kilowattstunde und damit deutlich weniger als bisher. Energieintensive Betriebe behalten weiterhin ihren Anspruch auf eine Rückvergütung.

Für einen Dreipersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden bedeutet das eine Ersparnis von rund 50 Euro pro Jahr. Kleine und mittlere Unternehmen sparen bei einem Verbrauch von 100 Megawattstunden etwa 680 Euro. In der Industrie können die Einsparungen mehrere hunderttausend Euro betragen.

Geringerer Ökostrombeitrag

Auch der Ökostrombeitrag wird gesenkt. 2026 sinkt er um mehr als 14 Prozent. Damit sollen erneuerbare Energien weiterhin gefördert werden, ohne die Stromrechnung unnötig zu erhöhen.

Ein Dreipersonenhaushalt spart dadurch rund 10 Euro pro Jahr. Ein Tischlereibetrieb (Beispiel) mit mittlerem Stromverbrauch wird um etwa 152 Euro entlastet. Große Industriebetriebe können mehrere zehntausend Euro einsparen.

Netzkosten steigen deutlich langsamer

Die Netzkosten sind ein weiterer wichtiger Teil der Stromrechnung. Durch Gespräche mit dem Netzbetreiber Austrian Power Grid ist es gelungen, starke Preissprünge zu vermeiden. Im Jahr 2026 steigen die Netzkosten im Durchschnitt nur um 1,1 Prozent. Im Jahr davor waren es noch mehr als 20 Prozent.

©pixabay

Ab 2027 greift zusätzlich eine Netzkostenbremse. Dafür stehen bis 2029 insgesamt 450 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Mittel sollen die Netzkosten jedes Jahr um rund drei Prozent dämpfen.

Für Haushalte bedeutet das etwa 10 Euro Ersparnis pro Jahr. Kleine und mittlere Unternehmen können rund 1.000 Euro sparen. In der Industrie sind Einsparungen von bis zu 150.000 Euro möglich.

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Hilfe für die Industrie mit Investitionspflicht

Mit dem Industriestrom-Bonus stellt die Bundesregierung 150 Millionen Euro bereit. Damit sollen hohe Energiepreise abgefedert und Arbeitsplätze gesichert werden.

Unternehmen, die diesen Bonus erhalten, müssen einen Großteil der Förderung wieder investieren. Rund zwei Drittel dieser Investitionen müssen in Maßnahmen zur Energieeinsparung fließen. Ziel ist es, die Industrie langfristig wettbewerbsfähig und klimafit zu machen.

Neue Regeln durch das Günstiger-Strom-Gesetz

Zusätzliche Entlastungen bringt das neue Günstiger-Strom-Gesetz. Eine wichtige Neuerung ist die Preis-runter-Garantie. Sinkt der Strompreis für Energieversorger beim Einkauf, müssen sie diese Senkung spätestens nach sechs Monaten auch an ihre Kunden weitergeben.

Sozialtarif für Haushalte mit wenig Einkommen

Für Menschen mit geringem Einkommen wird ein eigener günstiger Stromtarif eingeführt. Bis zu einem Verbrauch von 2.900 Kilowattstunden kostet der Strom nur 6 Cent pro Kilowattstunde.

Ein betroffener Haushalt spart dadurch rund 300 Euro im Jahr. Anspruch auf den Sozialtarif haben unter anderem Pensionisten mit geringem Einkommen, Bezieher von Pflegegeld oder Sozialhilfe sowie Menschen unter dem Mindesteinkommen. Insgesamt profitieren rund 290.000 Haushalte.

Öffentliche Energieversorger stärker in der Pflicht

Energieversorger in öffentlicher Hand müssen künftig besonders auf leistbare Preise achten. Gewinne dürfen nur dann ausgeschüttet werden, wenn die Stromversorgung sicher bleibt und die Preise für die Kunden tragbar sind.

Mit flexiblen Tarifen Stromkosten senken

In Zukunft müssen Stromanbieter auch sogenannte dynamische Tarife anbieten. Dabei ändert sich der Strompreis im Laufe des Tages. Wer Waschmaschine, Geschirrspüler oder andere Geräte dann einschaltet, wenn Strom gerade günstig ist, kann deutlich sparen. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden sind Einsparungen von 300 Euro und mehr möglich.

Einfachere Rechnungen und leichterer Anbieterwechsel

Stromrechnungen sollen künftig übersichtlicher werden. Außerdem wird der Tarifvergleich einfacher, da auf jeder Rechnung direkt auf den Vergleichsrechner hingewiesen wird. Dieser zeigt künftig klar den tatsächlichen Gesamtpreis an.