Wenn zwischen den Ortschaften Unterkrain und Vellach am 26. Dezember 365 Laternen den Weg erhellen, beginnt kein gewöhnlicher Spaziergang. Dann beginnt der Raunachtspaziergang. Es ist eine Reise durch Brauchtum, Begegnung und ein Miteinander, das man heute nicht mehr oft findet.
Auf 2,5 Kilometern Rundweg wird die Dunkelheit nicht vertrieben, sondern liebevoll begleitet. Jeder Schritt führt tiefer hinein in eine Welt, in der Zeit keine Rolle spielt. Wo man stehen bleibt, wenn man will – nicht, weil man muss.
Wo Menschen den Weg besonders machen
Was diesen Spaziergang so besonders macht, sind nicht nur die Laternen. Es sind die Menschen die dabei sind. Örtliche Vereine, Bürgerinnen und Bürger aus dem Gemeindegebiet, öffnen entlang des Weges ihre Hütten und Stationen, und laden zum Kosten, zum Zuhören und zum Dableiben ein. Speisen und Getränke gibt es auf Basis freiwilliger Spenden. Eine großzügige Geste die zeigt: Hier steht nicht das Geld im Mittelpunkt, sondern das Miteinander.
Kinderaugen leuchten beim Reiten, Erwachsene verweilen bei Krippenausstellungen, in der Glücksschmiede oder lauschen Brauchtumserzählungen, die Geschichten weitertragen, die sonst langsam verloren gehen würden. Perchten ziehen durch die Dunkelheit, während die Pechtra Baba ihren ganz eigenen Zauber entfaltet. Genau so, wie es die Raunächte eben verlangen.
Zwischen Stille, Musik und Staunen
Und dann gibt es diese stillen Momente: Wenn man durch einen Engelwald schreitet. Wenn Gesang und Musik die kalte Winterluft durchbrechen. Wenn Fremde für einen Augenblick zu Weggefährten werden, weil man gemeinsam staunt.
Der Raunachtspaziergang, der heuer zum zweiten Mal von der Familie Kaiser aus Unterkrain veranstaltet wird, ist keine Inszenierung. Er ist mit viel Herzblut organisiert.
Gut vorbereitet durch die Veranstaltung
Der Rundgang ist am 26. Dezember von 14 bis 22 Uhr frei begehbar. Empfohlen werden warme Kleidung, gutes Schuhwerk und für die späteren Stunden auch eine Taschenlampe. Parkmöglichkeiten gibt es direkt in Unterkrain, die Beschilderungen weisen vor Ort den Weg. Der Eintritt ist frei, willkommen ist jeder!
Vielleicht geht man an diesem Tag mit kalten Händen nach Hause,
aber ziemlich sicher mit einem guten Gefühl!