Klagenfurt – Mit einem Rückblick auf globale Krisen und regionales Gestaltungsvermögen eröffnete Peter Kaiser seine Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2025. „Exzessiver Wertewandel, neue Normalitäten, aber auch große Chancen für Kärnten“, so der Landeshauptmann. Im Zentrum: Erfolge in Bildung, Kultur, Sport – und die europäische Verankerung des Landes.
Ein Jahr der Bewegungen – im wahrsten Sinn
Kärnten als Knotenpunkt der „baltisch-adriatischen Achse“, die Eröffnung der Koralm-Bahn und eine Offensive im Kinder- und Jugendsport – all das seien laut Kaiser Leuchtturmprojekte des Jahres 2025. Mit 160.000 Passagieren in nur zwei Wochen sei die neue Zugverbindung ein „Stück Zukunft für den Süden Österreichs“.
Bildungsoffensive und Kulturhöhepunkte
Die Fachhochschule Kärnten verzeichnet über 4.000 Studierende, die Alpen-Adria-Universität mehr als 13.000 – Tendenz steigend. Der Gesundheitscampus ist im Anrollen, das Promotionsrecht für die Gustav Mahler Privatuniversität in Aussicht. Auch das Bildungsangebot im Kulturbereich wurde weiterentwickelt – etwa durch die Integration der Ingeborg-Bachmann-Bibliothek in die Universitätsbibliothek und die Digitalisierung des Bestands.
„Ich habe sozialdemokratische Politik immer als gestaltende Politik verstanden“, sagte Kaiser. Auch wenn die Herausforderungen groß seien, so sei die Devise: gestalten statt jammern.
Europäisch vernetzt – regional verankert
Kaiser hob die internationale Zusammenarbeit hervor, etwa mit dem EU-Verbindungsbüro in Brüssel, der Euregio grenzenlos oder den Schülerreisen nach Brüssel. 2025 seien rund 160 Millionen Euro an EU-Förderungen nach Kärnten geflossen.
Herausforderungen offen angesprochen
Auch kritische Themen sprach Kaiser offen an: Das Messerattentat in Villach, die Debatte um Social Media-Radikalisierung und das Urteil zur Windkraft-Volksbefragung. Der Landeshauptmann plädierte klar für gesetzliche Regeln für Plattformbetreiber: „Freiheit endet dort, wo sie andere gefährdet.“
Der Blick nach vorn
Für 2026 kündigte Kaiser den Beschluss der Kunst- und Kulturstrategie „Kärnten Kokoschka 2030“ sowie eine Campusfusion von Alpen-Adria-Universität und Pädagogischer Hochschule an. Auch beim Thema Flughafen sieht er positive Perspektiven – trotz juristischer Turbulenzen.