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„Ante Pante“: Wenn kleine Kirchlein große Hoffnung tragen

Beim traditionellen Ante-Pante-Kirchleintragen am 1. Februar ziehen Jung und Alt mit selbst gebastelten Kirchlein durch Bad Eisenkappel. Ein jahrhundertealter Ruf begleitet den Marsch und erinnert an Hoffnung, Schutz und Zusammenhalt.

Kirchleintragen in Bad Eisenkappel (VK24-Archivfoto) ©Varh Fotografie

Stöbert man in der Geschichte der Marktgemeinde Bad Eisenkappel, wird deutlich, dass Naturkatastrophen und schwere Zeiten über Jahrhunderte hinweg zum Leben der Leute gehörten. Aus dieser Erfahrung heraus entwickelten sich Bräuche, die Schutz, Hoffnung und Gemeinschaft symbolisieren. Einer davon ist das Kirchleintragen rund um Maria Lichtmess.

Kirchleintragen 2026: Treffpunkt und Ablauf

Am Sonntag, dem 1. Februar 2026, versammeln sich die Teilnehmer gegen 17:45 Uhr bei der ehemaligen Volksschule in Bad Eisenkappel. Um 18 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung und marschiert zum Hauptplatz von Bad Eisenkappel. Dort werden die liebevoll gestalteten Kirchlein vom Pfarrer gesegnet. Anschließend zieht der Lichterzug weiter Richtung Süden bis zur Hageneggbrücke, wo die Kirchlein feierlich in die Vellach gesetzt werden.

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©Varh Fotografie

Der Ruf, der durch die Nacht hallt

Begleitet wird der Marsch vom traditionellen, halb lateinischen, halb slowenischen Ruf:
Ante pante populore, Kocle vrate cvilelore!“ Seine Wurzeln reichen bis ins Evangelium von Maria Lichtmess zurück. Während der erste Teil eine Verballhornung des lateinischen Evangeliumstextes ist, entstand die zweite Zeile im 19. Jahrhundert aus einem scherzhaften Zusatz. Sinngemäß bedeutet der Spruch: „Ante pante populore, beim Kocel quietschen die Tore.

Kinder und Erwachsene rufen ihn gemeinsam in den Winterabend. Der Klang ist zu einem festen Bestandteil dieses besonderen Rituals geworden.