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Vorsorgestudie 2026: Kärntner zweifeln an ausreichend hoher staatlicher Pension

Das Vertrauen der Kärntner in die staatliche Pension sinkt weiter, während die Bereitschaft zur privaten Vorsorge stark zunimmt. Bereits 72 Prozent zweifeln daran, im Alter ausreichend vom Staat abgesichert zu sein.

6 von 10 Befragten gehen davon aus, im Alter weiterarbeiten zu müssen ©pixabay

Die Vorsorgestudie 2026 von Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtischer zeigt ein klares Bild: Immer mehr Menschen in Kärnten zweifeln an einer ausreichend hohen staatlichen Pension. Gleichzeitig steigt die Bereitschaft zur privaten finanziellen Vorsorge. Demografischer Wandel und geopolitische Unsicherheiten verstärken diesen Trend.

Bei der Frage nach der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Monaten rechnen 58 Prozent der Kärntner mit einer Verschlechterung, 36 Prozent erwarten gleichbleibende Verhältnisse und nur 5 Prozent eine Verbesserung. In diesem Umfeld setzen viele verstärkt auf Stabilität und Sicherheit. Für 69 Prozent ist Gesundheit das wichtigste Vorsorgethema, gefolgt von Krisenrücklagen mit 66 Prozent. Bereits 58 Prozent investieren regelmäßig in eine private Altersvorsorge, ein Plus von 10 Prozentpunkten gegenüber 2025.

Die Vorsorgestudie präsentierten Sparkasse-Vorstand Michael Koren, Kevin Müller (Bereichsleiter Privatkunden Kärntner Sparkasse), Sonja Brandtmayer (Generaldirektor-Stv. Wiener Städtische Versicherung), IMAS-Studienautor Paul Eiselsberg und Vertriebsdirektor Hannes Greiler (Wiener Städtische Team s Versicherung Kärnten)
© Gernot Gleiss

Sinkendes Vertrauen in das staatliche Pensionssystem

Mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 54 Prozent, gibt an, nicht mehr an den Staat als verlässlichen Partner bei Pensionen zu glauben. 47 Prozent möchten durch private Vorsorge ihren Lebensstandard im Alter sichern, 46 Prozent ihr finanzielles Risiko verringern.

„Die Diskussionen über die Finanzierbarkeit des Pensionssystems zeigen Wirkung. 72 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner bezweifeln, später eine ausreichend hohe staatliche Pension zu erhalten“, erklärt Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen. Jeder Sechste rechnet sogar damit, im Alter weiterarbeiten zu müssen.

Klassische Vorsorgeformen bleiben beliebt

Bei den genutzten Vorsorgeinstrumenten dominieren weiterhin klassische Produkte. 52 Prozent setzen auf das Sparkonto, 29 Prozent auf Bausparen und 27 Prozent auf Lebensversicherungen. Es folgen Wertpapiere, Fondssparpläne und Immobilien. Das Sparkonto verliert dabei erstmals seit Jahren leicht an Bedeutung.

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„Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen investieren die Menschen in Österreich im Schnitt 225 Euro pro Monat in ihre Vorsorge“, sagt Michael Koren, Vorstandsdirektor der Kärntner Sparkasse. Männer legen mit 265 Euro deutlich mehr zurück als Frauen mit durchschnittlich 179 Euro.

Große Sorge vor Altersarmut

Die Angst vor Altersarmut ist stark ausgeprägt. 44 Prozent schätzen das eigene Risiko als hoch ein. Als wichtigste Gegenmaßnahmen sehen 89 Prozent eine frühzeitige private Vorsorge und 87 Prozent eine stärkere staatliche Förderung. 77 Prozent sind überzeugt, dass durchgängige Vollzeitbeschäftigung zu einer höheren Pension führt.

Entsprechend gering ist die Zufriedenheit mit dem staatlichen System: Nur 51 Prozent sind damit zufrieden, 45 Prozent unzufrieden. „Für 86 Prozent der Befragten hat private Vorsorge mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert“, betont Kevin Müller, Bereichsleiter Privatkunden der Kärntner Sparkasse.

Wenig Zufriedenheit mit dem Pensionskonto

Das seit 20 Jahren bestehende Pensionskonto ist vielen noch wenig bekannt. Nur rund die Hälfte der Befragten weiß darüber Bescheid. Von jenen, die ihr Guthaben kennen, sind lediglich 43 Prozent zufrieden, 50 Prozent hingegen unzufrieden. Die erwartete Bruttopension wird österreichweit mit durchschnittlich 2.023 Euro angegeben, wobei Männer deutlich höhere Beträge erwarten als Frauen.