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„Wir müssen es selbst in die Hand nehmen“ – Neue Visionen für Unterkärnten vorgestellt

LHStv. Martin Gruber präsentierte in Gallizien die neuen Entwicklungsleitbilder für Völkermarkt und Wolfsberg. Gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Salzmann, Valentin Blaschitz und Rudolf Bredschneider betonte er die Chancen für die Region – und den klaren Auftrag an alle Beteiligten.

Hausherr Bürgermeister Hannes Mak, LAG-Obmann Valentin Blaschitz, LHStv. Martin Gruber, WKK-Bezirksstellenobmann Rudolf Bredschneider und Bürgermeister Stefan Salzmann präsentierten in Gallizien die neuen Regionalen Entwicklungsleitbilder für Völkermarkt und Wolfsberg.©Varh Fotografie

Mit den Worten „Alle Regionen Kärntens sollen von den Chancen profitieren“ eröffnete LHStv. Martin Gruber heute das Pressegespräch zur Präsentation der Regionalen Entwicklungsleitbilder (REBs) für die Bezirke Völkermarkt und Wolfsberg. Die neuen Konzepte sollen als strategische Grundlage für die kommenden Jahre dienen – mit klaren räumlichen Festlegungen, regionaler Verantwortung und einer starken Beteiligung vor Ort.

„Das Kirchturmdenken ist Geschichte“

Bürgermeister Stefan Salzmann aus St. Paul betonte die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit: „Es ist eine neue Zeit, in der Synergien und gemeinsame Lösungen gefragt sind. Nur gemeinsam können wir große Projekte stemmen.“

Er bezeichnete die Koralmbahn als „Jahrhundertgeschenk“, das völlig neue Möglichkeiten eröffne – etwa für den Technologiepark Lavanttal, der sich mit Forschung, Smart Materials und Kreislaufwirtschaft positionieren soll. Salzmann schwärmte von den Zukunftsaussichten: „Wer hätte gedacht, dass wir einmal in 18 Minuten in Klagenfurt und in 35 Minuten in Graz sind – oder mit einem Zug ohne Umsteigen nach Zürich fahren können?“

Für ihn sind die REBs mehr als ein Plan: „In Zeiten des Populismus ist es wichtig, über Wahlzyklen hinauszudenken und langfristige Visionen zu schaffen. Das ist eine echte Chance für unsere Region.“

Regionalentwicklung beginnt vor Ort

LHStv. Gruber betonte, dass es sich um einen echten „Bottom-up“-Prozess handle. „Die Visionen und Ziele kommen direkt aus der Region – das Land hat den Prozess nur begleitet und finanziert.“ Die REBs vereinen strategische Inhalte mit konkreter Raumplanung. Besonders wichtig sei ihm, dass damit nicht nur festgelegt werde, was geschehen soll, sondern auch wo. „Ob Siedlungsentwicklung, Mobilität oder Tourismus – jede Maßnahme wurde auch räumlich verortet“, so Gruber.

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Ein zentrales Ziel sei es, die Lage der Region zwischen den Ballungsräumen Graz und Klagenfurt aktiv zu nutzen. Die Koralmbahn und neue Mobilitätsachsen eröffnen laut Gruber neue Potenziale – etwa für gemeindeübergreifende Entwicklungszonen rund um St. Paul oder Kühnsdorf. Ebenso wichtig: die Positionierung der Region als „agrarische Schatzkammer Kärntens“, mit klaren Maßnahmen zum Schutz und Ausbau der Lebensmittelproduktion.

Stimmen aus der Region

Valentin Blaschitz, Obmann der LAG Regionalentwicklung Unterkärnten, lobte die breite Beteiligung der Gemeinden: „Ich war begeistert, wie viele ihre Ideen eingebracht haben.“ Für ihn sei klar: Raumordnung und Regionalentwicklung gehören zusammen – und große Projekte bräuchten den Rückhalt der gesamten Region.

Rudolf Bredschneider, WKK-Bezirksstellenobmann Völkermarkt, betonte die wirtschaftliche Dimension: „Die KMU sind das Rückgrat unserer Region – sie schaffen Arbeitsplätze und Wertschöpfung.“ Die Zusammenarbeit mit Wolfsberg funktioniere bereits heute bezirksübergreifend, „und genau das ist unser Erfolgsmodell.“

Fazit: Aufbruch mit Verantwortung

Alle Redner waren sich einig: Die Entwicklungsleitbilder sind kein Selbstzweck, sondern ein gemeinsamer Fahrplan. „Wer die Chancen jetzt nicht erkennt, hat von Regionalentwicklung wenig verstanden“, so Blaschitz. Und Gruber brachte es auf den Punkt: „Wer Potenziale erkennt und gemeinsam handelt, bringt die Region wirklich weiter.“