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2025: Entminungseinsätze auch in Kärnten auf hohem Niveau

Mehr als 29 Tonnen gefährliches Kriegsmaterial wurden 2025 vom Entminungsdienst des Bundesministeriums für Landesverteidigung österreichweit unschädlich gemacht. Kärnten zählt dabei zu den am stärksten betroffenen Bundesländern.

Verborgene Gefahr aus der Vergangenheit. Das Bundesministerium für Landesverteidigung zog Resümee (Symbolfoto) ©pixabay

Auch 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges tauchen in Österreich regelmäßig gefährliche Kriegsrelikte auf. Der Entminungsdienst des Bundesministeriums für Landesverteidigung war im Jahr 2025 nahezu täglich im Einsatz. Insgesamt wurden 1.094 Meldungen bearbeitet und fast 30.000 Kilogramm Altmunition geborgen, untersucht und fachgerecht entsorgt.

Darunter befanden sich besonders heikle Funde wie Streubomben, Anti-Personen-Minen sowie schwere Bombenblindgänger. Diese Kampfmittel unterliegen strengen internationalen Verpflichtungen und erfordern höchste Präzision bei der Entschärfung.

Kärnten unter den Spitzenreitern

Ein deutlicher Schwerpunkt der Einsätze lag auch 2025 in Kärnten. Mit rund 6.361 Kilogramm geborgenem Kriegsmaterial zählt das Bundesland zu den am stärksten betroffenen Regionen Österreichs. Nur Niederösterreich und Wien wiesen noch höhere Mengen auf, während etwa die Steiermark dahinter folgte.

Gerade in Kärnten sorgen alpine Regionen, Gewässer und ehemalige militärische Zonen immer wieder für gefährliche Funde. Neben Einsätzen an Land war auch die Tauchgruppe des Entminungsdienstes regelmäßig gefordert. Zusätzlich wurde im hochalpinen Grenzgebiet zu Italien alte Munition unschädlich gemacht.

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Präzisionsarbeit ohne Zwischenfälle

Die Vernichtung der Kampfmittel erfolgte überwiegend auf speziellen Sprengplätzen wie Großmittel und Allentsteig. In besonders dringenden Fällen mussten auch Sofortsprengungen direkt vor Ort durchgeführt werden. Alle Einsätze verliefen 2025 ohne Personen- oder Sachschäden.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Die Leistungen unseres Entminungsdienstes zeigen eindrucksvoll, wie wichtig professionelle Vorsorge für die Sicherheit der Bevölkerung ist.“ Mehr als 29 Tonnen unschädlich gemachtes Kriegsmaterial seien ein klarer Beleg für den hohen Einsatz der Spezialisten. „Mein Dank gilt den Soldaten, die Tag und Nacht im Einsatz sind“, so Tanner.

Klare Regeln bei einem Fund

Der Entminungsdienst ist für Kriegsmaterial aus der Zeit vor 1955 zuständig und rund um die Uhr einsatzbereit. Die Experten warnen eindringlich vor Eigeninitiative. „Der unsachgemäße Umgang mit Munition ist lebensgefährlich“, heißt es aus dem Ministerium.

Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, sollte sofort Abstand halten, andere fernhalten und die Polizei verständigen. Erst danach werden die Spezialkräfte alarmiert, die den Fund professionell entschärfen und abtransportieren.