Zurück

Milliarden für Bau, Pflege und Mobilität: Kärntens Regierung setzt auf Investitionen trotz knapper Kassen

Trotz angespannter Budgetsituation hält die Kärntner Landesregierung an einem klar investiven Kurs fest. Bei der heutigen Pressekonferenz nach der 65. Regierungssitzung präsentierten LH Peter Kaiser, LH Stv. Martin Gruber und LRin Beate Prettner zentrale Beschlüsse – von einem Bauinvestitionsprogramm in Milliardenhöhe bis zu einer weitreichenden Pflegestrategie bis 2035.

Nach der heutigen Regierungssitzung wurden im Rahmen einer Pressekonferenz die kommenden Investitionen für Kärnten präsentiert. ©freepik/varh

Mit deutlichen Zahlen eröffnete Landeshauptmann Peter Kaiser die Pressekonferenz: Das Land Kärnten und seine ausgegliederten Gesellschaften werden im Jahr 2026 insgesamt 557 Millionen Euro investieren. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine klare Steigerung. Rechnet man die Investitionen öffentlicher Unternehmen wie ASFINAG, ÖBB, BIG und Kelag hinzu, summieren sich die öffentlichen Investitionen in Kärnten auf rund eine Milliarde Euro.

Schwerpunkte setzt das Land vor allem im sozialen Wohnbau und Arbeitsmarkt (rund 150 Millionen Euro), in der Stärkung des Wirtschaftsstandortes (86,5 Millionen Euro) sowie in der Wasserwirtschaft und im Hochwasserschutz (84 Millionen Euro). Kaiser betonte, dass diese Investitionen nicht nur Infrastruktur schaffen, sondern auch Beschäftigung sichern und wirtschaftliche Stabilität bringen – gerade in herausfordernden Zeiten.

Kulturstrategie Kärnten 2030 beschlossen

Ein weiterer zentraler Punkt war der Abschluss der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten 2030. Der Bericht, der auf einem breiten Beteiligungsprozess mit rund 1.400 eingebundenen Kulturschaffenden basiert, definiert 24 Ziele und 67 Maßnahmen. Ziel ist es unter anderem, den Anteil der Kulturförderung schrittweise in Richtung eines Prozentpunkts des Landesbudgets zu entwickeln sowie Kunst, Kultur, Tourismus und Bildung stärker zu vernetzen. Die Strategie soll nun dem Landtag vorgelegt werden.

Straßenbau und Mikro-ÖV im Fokus

Landeshauptmann Stv. Martin Gruber stellte das heurige Straßenbauprogramm vor. Rund 46 Millionen Euro fließen 2026 in die Sanierung und Erhaltung von Landesstraßen, Brücken und überregionalen Radwegen. Insgesamt sollen etwa 220 Bau- und Planungsprojekte in rund 70 Kärntner Gemeinden umgesetzt oder gestartet werden. Ergänzend dazu wird die Mikro-ÖV-Strategie weiter ausgebaut: Bereits in 74 Gemeinden gibt es bedarfsorientierte Mobilitätsangebote, bis zum Ende der Legislaturperiode sollen es 100 sein.

Werbung

Pflege und Gesundheit: Ausbau im niederschwelligen Bereich

Landesrätin Beate Prettner präsentierte umfangreiche Maßnahmen im Gesundheits- und Pflegebereich. Allein 94 Millionen Euro werden 2026 in Kärntens Krankenanstalten investiert – in bauliche Maßnahmen ebenso wie in moderne Medizintechnik, etwa für die Robotik-Chirurgie.

Im Mittelpunkt stand zudem der neue Bedarfs- und Entwicklungsplan Pflege bis 2035. Angesichts steigender Pflegegeldbezieherzahlen setzt Kärnten künftig verstärkt auf mobile Dienste, Tagesbetreuung und betreubares Wohnen. Ziel ist es, Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu Hause zu ermöglichen. Die Zahl der Tagesbetreuungsplätze soll bis 2035 verdoppelt, betreubares Wohnen deutlich ausgebaut und auch die Übergangspflege nach Krankenhausaufenthalten erweitert werden.

Unterstützung für pflegende Angehörige

Neu geregelt wird auch die Entlastung pflegender Angehöriger. Statt eines fixen Urlaubsangebots führt das Land eine individuelle Förderung ein: Pflegende Angehörige können künftig einen Zuschuss von 400 Euro für einen Urlaub in Österreich beantragen. Damit sollen deutlich mehr Betroffene erreicht werden als bisher.

Unterm Strich vermittelte die Pressekonferenz ein klares Signal: Kärnten setzt trotz finanzieller Herausforderungen auf Investitionen, Strukturentwicklung und soziale Absicherung – mit einem starken Fokus auf Beschäftigung, Pflege und Lebensqualität im ganzen Land.