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Mit Glocken gegen den Winter: Kurenti zogen wieder durch Bleiburg

Farbenprächtige Masken, laute Glocken und ein uralter Brauch: Am Freitag, dem 13. Februar, sind die „Kurenti“ wieder durch Bleiburg gezogen. Seit mehr als 25 Jahren pflegt die slowenische Gruppe diese Tradition auch in Südkärnten und sorgte beim Start um 9 Uhr beim Kindergarten Bleiburg für staunende Gesichter.

Seit über 25 Jahren ist der Besuch der slowenischen Brauchtumsgruppe fixer Bestandteil der Faschingszeit in Bleiburg ©Varh Fotografie

Schon am Vormittag waren sie nicht zu überhören: Mit schweren Glocken um die Hüften, zotteligen Fellkostümen und kunstvoll gestalteten Masken machten die Kurenti in Bleiburg Station. Der Besuch ist längst fixer Bestandteil der Faschingszeit in der Stadt.

Ein Brauch mit Geschichte

Ursprünglich stammen die Kurenti aus der Region rund um Ptuj in Slowenien. Dort ist das sogenannte „Kurentovanje“ einer der größten Karnevalsbräuche des Landes und zählt seit 2017 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Die Figuren gelten als Symbol für Neuanfang: Mit ihrem Tanz und dem ohrenbetäubenden Läuten der Glocken vertreiben sie symbolisch den Winter, böse Geister und alles Schlechte – damit der Frühling Einzug halten kann.

Die Tradition beginnt alljährlich rund um Mariä Lichtmess und dauert bis zum Faschingsende. Früher zogen die Kurenti von Haus zu Haus, heute sind sie auch weit über die Grenzen Sloweniens hinaus unterwegs.

Seit über 25 Jahren in Bleiburg

Dass die Kurenti regelmäßig nach Bleiburg kommen, ist keine Selbstverständlichkeit – und doch längst Tradition. Seit mehr als 25 Jahren besucht die Gruppe die Stadt und hält den Brauch auch hier lebendig.

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„Es ist einfach ein schöner Brauch, der den Winter austreibt“, wurde bei der Veranstaltung betont. Gerade in einer Grenzregion wie Südkärnten sei das gelebte Brauchtum ein wichtiges verbindendes Element. Die Kurenti würden nicht nur den Winter vertreiben, sondern auch ein Stück kulturelles Erbe weitergeben.

Mit schweren Glocken und kunstvollen Masken machten die Kurenti am Freitag in Bleiburg Station. Vor Ort mit dabei: Bürgermeister Daniel Wrießnig
©Varh Fotografie

Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Daniel Wrießnig und Stadtrat Markus Trampusch, die die Gäste willkommen hießen und sich für die langjährige Treue bedankten.

Und plötzlich kam die Sonne

Die eindrucksvollen Gestalten mögen auf den ersten Blick furchteinflößend wirken – mit Hörnern, Fell und Masken – doch ihr Symbolgehalt ist positiv: Sie stehen für Hoffnung, Fruchtbarkeit und bessere Zeiten. Ihr Auftritt in Bleiburg brachte nicht nur Bewegung in den grauen Februartag, sondern auch ein Stück lebendige Nachbarschaft zwischen Kärnten und Slowenien.

Und als der Artikel fertig geschrieben war, passierte das, worauf alle gehofft hatten: Die Sonne brach tatsächlich durch die Nebeldecke. Vielleicht hat es ja wirklich geholfen.