Eberndorf – Mit dem Aschermittwoch startet für viele im Bezirk Völkermarkt die Fastenzeit. 40 Tage ohne Süßigkeiten, Alkohol oder Fleisch – ein bewusster Verzicht, der Körper und Geist guttun soll. Doch wie sinnvoll ist es, für einen begrenzten Zeitraum streng zu verzichten und danach wieder in alte Muster zu fallen? Darüber spricht Katharina Reinhart, Dipl. Ernährungstrainerin vom CoachGym Eberndorf, im Interview mit VK24.
„Fasten beginnt im Kopf“
VK24: Heute beginnt die Fastenzeit. Viele verzichten 40 Tage auf Gewohntes. Ist das aus deiner Sicht sinnvoll?
Katharina Reinhart: Das ist sehr stark eine Frage des Mindsets. Ich finde es grundsätzlich nicht schlecht, für einen absehbaren Zeitraum bewusst auf etwas zu verzichten – zum Beispiel komplett auf Zucker. Viele merken erst dann, wie schwierig das ist, weil Zucker fast überall enthalten ist.
Der bewusste Verzicht könne helfen, Gewohnheiten zu hinterfragen. „Vieles passiert aus Routine – weil etwas verfügbar ist oder weil man Reste der Kinder aufisst. Wenn man sich damit beschäftigt, merkt man oft, dass man vieles gar nicht so dringend braucht, wie man gedacht hat.“ Gleichzeitig trainiere man damit auch die Resilienz – also die Fähigkeit, bewusst „Nein“ zu sagen.
Vorsicht vor dem Jojo-Effekt
Problematisch werde es dann, wenn der Verzicht als reine Entbehrung empfunden werde. „Wenn ich mir ständig denke: Ich würde so gerne, darf aber nicht, dann kann das ins Negative umschlagen“, so die Dipl. Ernährungstrainerin.
Nach den 40 Tagen werde dann oft im Übermaß konsumiert – und der Körper, der sich gerade entwöhnt habe, werde regelrecht überflutet. Ihr Rat: „Die Fastenzeit sollte man nutzen, um sich eine bewusstere Ernährung anzueignen – nicht, um danach alles nachzuholen.“
Weniger Fleisch, dafür Qualität
VK24: Fleisch ist ein viel diskutiertes Thema. Wie stehst du dazu?
„Fleisch ist nicht gleich Fleisch“, stellt Katharina klar. Verarbeitetes Fleisch, Fast Food oder Produkte aus Massentierhaltung seien aus ihrer Sicht problematisch.
Sie selbst achte auf Qualität – etwa Rindfleisch aus Weidehaltung. „Das enthält gesunde Fettsäuren und wichtige Nährstoffe.“ Gleichzeitig sei hochwertiges Fleisch teurer. Gerade für Familien empfiehlt sie daher einen flexitarischen Ansatz: „Lieber seltener Fleisch essen, dafür gutes. Und den Rest mit hochwertigen Lebensmitteln ergänzen.“
Eiweißquellen aus der Region
Wer seinen Fleischkonsum reduzieren möchte, sollte vor allem auf eine ausreichende Proteinzufuhr achten. „Jede Zelle unseres Körpers besteht aus Proteinen – nicht nur die Muskeln.“
Als Alternativen nennt sie Hülsenfrüchte als günstige pflanzliche Eiweißquelle, Eier aus Freilandhaltung sowie Milchprodukte wie Topfen oder Joghurt – idealerweise direkt vom Bauern aus der Region. Beim Fisch empfiehlt sie heimische Zuchten wie Forelle. Von stark verarbeitetem Fisch oder Importware aus Übersee rät sie eher ab.
Ausdauer oder Krafttraining?
VK24: Viele wollen in der Fastenzeit sportlich durchstarten. Was ist sinnvoller – Laufen oder Fitnessstudio?
„Das hängt vom Ziel und der Ausgangslage ab“, sagt Katharina. Bei Übergewicht sei Joggen oft nicht ideal, da die Gelenke stark belastet würden. „Zügiges Spazierengehen ist für den Einstieg besser.“
Besonders empfiehlt sie Krafttraining. „Muskelmasse verbrennt mehr Energie als Fettgewebe – der Stoffwechsel wird angekurbelt.“ Zudem forme Krafttraining den Körper. „Viele wollen nackt gut aussehen – das erreicht man primär durch Krafttraining. Reines Abnehmen ohne Muskelaufbau kann dazu führen, dass die Haut hängt.“
Individuelle Betreuung im CoachGym
Wer professionelle Unterstützung sucht, könne sich direkt an das CoachGym in Eberndorf wenden. Angeboten werden individuelle Trainings- und Ernährungspläne sowie 1-zu-1-Coachings.
„Man muss nicht fit sein, um ins Fitnessstudio zu gehen – man geht hin, um fit zu werden“, betont die Dipl. Ernährungstrainerin. Betreut werden alle Altersgruppen. Entscheidend sei, auf individuelle Faktoren wie Hormonhaushalt, Allergien oder Erkrankungen Rücksicht zu nehmen – Standardpläne würden oft nicht funktionieren.
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