Mit dem symbolischen Spatenstich beginnt heute der Bau einer neuen Photovoltaikanlage in Pribelsdorf. Auf rund 2,97 Hektar Fläche entsteht bis Juli 2026 eine Anlage mit 2.600 kWp Leistung. Die geplante Jahresproduktion liegt bei etwa 3,6 Gigawattstunden.
Investiert werden rund zwei Millionen Euro. Die Besonderheit des Standorts liegt darin, dass eine ehemalige Kiesgrube genutzt wird. Damit wird keine landwirtschaftliche Nutzfläche in Anspruch genommen, sondern ein bereits industriell geprägtes Areal weiterverwendet.
Nutzung bestehender Flächen als Pluspunkt
Gerade bei Freiflächenphotovoltaik steht häufig die Frage im Raum, wie sinnvoll der Flächenverbrauch ist. In Pribelsdorf fällt dieses Argument weniger ins Gewicht. Die Nachnutzung einer Kiesgrube gilt als ressourcenschonender Ansatz und kann die Akzeptanz solcher Projekte erhöhen.

Die geplante Betriebsdauer beträgt 25 Jahre. Für die Gemeinde bedeutet das langfristige Planungssicherheit. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie ein möglicher Rückbau oder eine Modernisierung nach Ablauf dieser Zeit geregelt wird.
„Man sieht entlang der Autobahnen immer mehr Windräder und Photovoltaikanlagen – die Energiewende ist im Gange. Auch wenn es Diskussionen über das Landschaftsbild gibt: Infrastruktur hat unsere Umgebung immer verändert. Mit diesem Projekt setzen wir einen weiteren Schritt für eine saubere Energiezukunft und danken allen Beteiligten für die Unterstützung.“
Dr. Jan Häupler, Vorstandsmitglied der oekostrom AG
Wirtschaftliche Effekte mit regionaler Bedeutung
Kurzfristig entstehen durch Bau und Umsetzung Aufträge für beteiligte Unternehmen. Langfristig trägt die Anlage zur regionalen Stromproduktion bei und reduziert den Bedarf an Energieimporten.

Mit einer Jahresleistung von rund 3,6 Gigawattstunden wird das Kraftwerk zwar keinen grundlegenden Wandel im Energiesystem auslösen. Auf lokaler Ebene ist der Beitrag jedoch spürbar. Die Versorgung von etwa 1.000 Haushalten entspricht einem relevanten Anteil für die Region.
„Es ist ein starkes Zeichen, dass wir genau so eine Fläche für erneuerbare Energie nutzen. Statt neue Gründe zu verbrauchen, entsteht hier auf einer bestehenden Fläche ein Projekt für die Zukunft. Ich wünsche dem gesamten Vorhaben alles Gute und einen erfolgreichen Verlauf.“
Wolfgang Stefitz, Bürgermeister der Marktgemeinde Eberndorf
Abhängigkeit von Rahmenbedingungen
Wie bei allen Photovoltaikprojekten hängt die tatsächliche Wirtschaftlichkeit stark von äußeren Faktoren ab. Wetterbedingungen beeinflussen die Stromproduktion ebenso wie gesetzliche Rahmenbedingungen und Einspeisetarife.

Auch die Netzinfrastruktur spielt eine Rolle. Der erzeugte Strom muss in das bestehende Netz integriert werden, ein Aspekt, der in vielen Regionen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
„Dieses Projekt war schon lange in unseren Köpfen. Die Natur hat sich dieses Grundstück nicht zurückgeholt – das war für uns ein Zeichen, es sinnvoll zu nutzen. Hier entsteht ökologisch sauberer Strom für rund 960 Haushalte. Wir reden oft über erneuerbare Energie, heute setzen wir sie konkret um.“ Dipl.- Ing. Rainer Unterluggauer, Geschäftsführer der Drau-Kies GmbH
Der heutige Pressetermin markiert den Start eines Projekts, das für Eberndorf sowohl energiepolitisch als auch wirtschaftlich von Interesse ist. Ob sich die Erwartungen langfristig erfüllen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.