Bei einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag präsentierten LH Peter Kaiser, LHStv. Martin Gruber und LR Daniel Fellner den konkreten Fahrplan für den Landeshauptmann-Wechsel.
Nach 13 Jahren im Amt wird Peter Kaiser mit 31. März 2026 seine Funktion als Landeshauptmann zurücklegen. Am 7. April wählt der Kärntner Landtag seinen Nachfolger, am 8. April erfolgt die Angelobung durch den Bundespräsidenten. Bereits am 9. April soll die erste Regierungssitzung unter Führung des neuen Landeshauptmannes stattfinden. Bis zur Angelobung übernimmt LHStv. Gaby Schaunig die Amtsgeschäfte.
Kaiser zieht Bilanz nach 13 Jahren
Kaiser verwies auf eine Amtszeit von insgesamt 4.751 Tagen und damit auf die drittlängste eines Landeshauptmannes in Kärnten. In mehr als 20.000 Terminen und rund 9.000 Regierungssitzungsbeschlüssen habe er Verantwortung getragen. Seine Amtszeit sei von zahlreichen Krisen geprägt gewesen, darunter die finanzielle Aufarbeitung rund um Hypo und Heta, der HCB-Skandal im Görtschitztal, die Flüchtlingsbewegung 2015, Naturkatastrophen sowie die Corona-Pandemie.
Gleichzeitig verwies Kaiser auf positive Entwicklungen. Kärnten habe international an Sichtbarkeit gewonnen, etwa durch Investitionen wie jene von Infineon. Der Bildungsstandort sei mit über 22.000 Studierenden gestärkt worden. Auch das neue Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz bezeichnete er als Meilenstein.
Den Zeitpunkt seines Rücktritts habe er bewusst gewählt. In einer Zeit globaler Unsicherheiten brauche es Stabilität und eine langfristige Perspektive für das Land.
Bekenntnis zur weiteren Zusammenarbeit
Martin Gruber dankte dem scheidenden Landeshauptmann für seine Leistungen für das Land, für „seine unaufgeregte Sachlichkeit und dafür, dass auf sein Wort Verlass war“. Gemeinsam habe man eine Politik gemacht, die nicht auf kurzfristige Schlagzeilen, sondern nachhaltige Maßnahmen fokussiert war. „Wir werden die Art der Zusammenarbeit auch in Zukunft weiterführen, damit sich auch die Bevölkerung auf die Stabilität dieser Regierungskoalition verlassen kann. Wir gehen große Brocken und heiße Eisen an, wie beispielsweise mit der Strukturreform im Land, dem neuen Tourismusgesetz, der Energiestrategie oder den regionalen Entwicklungsleitbildern“, erläuterte Gruber.
Emotional wurde der Dank von Daniel Fellner an Peter Kaiser, der „ihm „von ganzen Herzen und unter ehrfürchtiger Anerkennung“ dankte: „Du hast die Amtsgeschäfte stets mit ruhiger Hand, als verlässlicher Kompass und mit großem Herzen geführt.“ Auch Fellner, der bereits in seiner Parteifunktion über viele Jahre gemeinsam mit Kaiser den Weg beschritten hat, verwies auf die schwierigen Zeiten, in denen Kaiser sein Amt antreten und ausüben musste – beginnend mit den angeschlagenen Landesfinanzen, Hypo/Heta, dem damals verlorenen Vertrauen in die Politik und der geschwächten Reputation Kärntens.
„Was durch Peter Kaiser folgte, war kein lauter Kraftakt, sondern ein beständiger Weg zurück zur Stärke. Er hat das gespaltene Land geeint, das Vertrauen in die Politik wieder aufgebaut und unser Bundesland Kärnten wieder zu einem verlässlichen Partner gemacht – ein Land, das international geschätzt wird und zugleich ein überaus angesehener Gastgeber ist“, zog Fellner Bilanz.