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Alarmierende Zahlen zum Saisonstart für Motorradfahrer in Kärnten

Mit dem Start der Motorradsaison wächst auch in Kärnten die Unfallgefahr. Eine aktuelle Presseaussendung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt einen klaren Trend nach oben. Besonders junge Fahrer und Wiedereinsteiger sind laut KFV zunehmend betroffen.

Kuratorium für Verkehrssicherheit schlägt Alarm zum Saisonstart ©pixabay

Die Zahlen zeigen eine alarmierende Entwicklung. Bereits 2024 erreichte die Zahl der verletzten Motorradfahrer in Österreich mit 4.468 einen Höchststand. Auch für 2026 rechnen die Experten des KFV mit keiner Entspannung.

Besonders brisant ist die Situation in Kärnten. Mit zwölf tödlich verunglückten Motorradfahrenden im Jahr 2025 zählt das Bundesland zu den besonders betroffenen Regionen. Damit liegt Kärnten im Bundesländervergleich im oberen Mittelfeld und sendet ein deutliches Warnsignal zum Saisonstart.

Junge und Wiedereinsteiger besonders gefährdet

Auffällig ist die hohe Zahl an Unfällen bei jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Der Boom bei Motorrädern bis 125 ccm, die vor allem bei dieser Altersgruppe beliebt sind, trägt dazu bei. Gleichzeitig steigt auch bei den 55 bis 64-Jährigen die Unfallhäufigkeit. Oft handelt es sich um Wiedereinsteiger mit langjähriger Fahrpraxis, die Risiken unterschätzen.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist, dass rund 41 Prozent der Motorradunfälle Alleinunfälle sind, also Stürze ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer.

Hauptursachen: Tempo und Übersehen werden

Zu den häufigsten Unfallursachen zählen nicht angepasste Geschwindigkeit sowie das Übersehen von Motorrädern durch andere Verkehrsteilnehmende. Motorradfahrer sind im Vergleich zu Autofahrern deutlich schlechter geschützt. Während Autos über Knautschzonen, Airbags und Sicherheitsgurte verfügen, fehlen diese Schutzmechanismen am Motorrad.

Das zeigt sich auch in den Zahlen. 2025 standen 164 getötete Pkw Insassen 81 Motorrad Toten gegenüber, obwohl es achtmal so viele Autos wie Motorräder gibt.

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Schutzkleidung wird noch immer unterschätzt

Während fast alle Motorradfahrer einen Helm tragen, liegt die Quote bei 99,9 Prozent, ist die Nutzung vollständiger Schutzkleidung deutlich geringer. Laut KFV fahren nur 56 Prozent mit entsprechender Ausrüstung. Besonders im Stadtverkehr wird häufig darauf verzichtet.

Dabei kann Schutzkleidung entscheidend sein, nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch finanziell. Wer ohne entsprechende Ausrüstung verunglückt, muss unter Umständen mit Kürzungen beim Schmerzensgeld rechnen.

Moderne Airbag Westen und Airbag Jacken bieten zusätzlichen Schutz, insbesondere bei Stürzen bei niedrigen Geschwindigkeiten. Neue Systeme lösen innerhalb von Sekundenbruchteilen automatisch aus und können schwere Verletzungen deutlich reduzieren.

Mehr Sicherheit durch Eigenverantwortung

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit empfiehlt, vor allem zu Saisonbeginn auf Vorbereitung und Vorsicht zu setzen. Dazu zählen Fahrsicherheitstrainings, regelmäßige Technikchecks und das konsequente Tragen vollständiger Schutzkleidung. Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und angepasstes Fahrverhalten sind entscheidend.

Gerade in einem motorradfreundlichen Bundesland wie Kärnten, das mit kurvenreichen Strecken und landschaftlicher Attraktivität viele Biker anzieht, bleibt die Eigenverantwortung der wichtigste Faktor für mehr Sicherheit auf den Straßen.