Zurück

Abschied und Aufbruch im Kärntner Landtag

Im Rahmen der gestern stattgefundenen Landtagssitzung wurde für Kärnten erstmals eine umfassende Kunst- und Kulturstrategie beschlossen. Gleichzeitig nutzte Landeshauptmann Peter Kaiser seinen letzten Auftritt im Landtag für einen persönlichen Abschied.

Letzte Landtagssitzung für Landeshauptmann Peter Kaiser ©LPD Kärnten/Wajand

Es war sein „Herzensanliegen, dass Kärnten erstmals eine Kunst- und Kulturstrategie erhält, diese auf breiter Basis erstellt wird und damit nachhaltig und zukunftsorientiert wirkt. Und die außerdem sicherstellt, dass die Vielfalt der Kärntner Kunst- und Kulturszene gestärkt und erhalten wird“, sagte Kulturreferent LH Peter Kaiser gestern bei Beschluss der Strategie bei seinem letzten offiziellen Auftritt im Kärntner Landtag.

LH Peter Kaiser: „Kunst und Kultur ist im Volk, wird gelebt auf allen Ebenen, ist zukunftsfähig mit all seinen Traditionen. Die Freiheit von Kunst und Kultur ist ein ehernes Prinzip einer Demokratie und der kritische Spiegel, dem sie im Stande ist, der Gesellschaft vorzuhalten, und auch eine Möglichkeit, Standpunkte neu zu denken.“ ©LPD Kärnten/Wajand

Der Weg dorthin war breit angelegt. Über 1.400 Personen aus Vereinen, Initiativen und Regionen brachten ihre Ideen für die Kunst- und Kulturstrategie ein. Daraus entstanden 24 Ziele sowie 67 konkrete Maßnahmen.

Fokus auf Vielfalt und regionale Besonderheiten

Im Zentrum der Strategie steht die Vielfalt der Kärntner Kulturszene. Alle Ausdrucksformen sollen gestärkt und weiterentwickelt werden. Gleichzeitig wird die besondere Lage Kärntens im Alpen-Adria-Raum als Chance gesehen.

Auch die Zweisprachigkeit, insbesondere Slowenisch, wird als kulturelle Stärke hervorgehoben. Darüber hinaus soll Kultur stärker mit anderen Bereichen wie Baukultur und Regionalentwicklung vernetzt werden. Kunst und Kultur sollen laut Kaiser Menschen zusammenbringen und nicht trennen. Eine Unterscheidung zwischen Hoch- und Volkskultur wird bewusst vermieden.

Werbung

Umsetzung bis 2030 geplant

Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis zum Jahr 2030. Danach ist eine Evaluierung vorgesehen, um die Wirkung der Maßnahmen zu überprüfen. Für die Entwicklung wurden bisher rund 272.000 Euro aufgewendet. Insgesamt sind etwa 800.000 Euro für den gesamten Prozess vorgesehen.

Würdiger Abschied für Peter Kaiser

Die Beschlussfassung wurde von einem besonderen Moment begleitet. Es war der letzte Auftritt von Landeshauptmann Peter Kaiser im Kärntner Landtag. Abgeordnete aller Parteien nutzten die Gelegenheit, um sich für die Zusammenarbeit und seinen politischen Weg zu bedanken.

Landeshauptmann Peter Kaiser verabschiedet sich bei Volkspartei Klubobmann Markus Malle
©LPD Kärnten/Wajand

Kaisers abschließender Appell richtete sich an alle Kärntnerinnen und Kärntner, gemeinsam an einer offenen und lebendigen Zukunft des Landes zu arbeiten.

„Demokratie ist lebendig und ein Landtag hat die Aufgabe, durch die Gesetzgebung das Land in die Zukunft zu führen. Die Abgeordneten erfüllen ihren Auftrag, den politischen Willen der Bevölkerung hier zum Ausdruck zu bringen. Ich danke allen, die dafür arbeiten, den Abgeordneten hier, den Regierungsmitgliedern, den Vertreterinnen und Vertretern des Bundesrates, der Administration des Hauses und den Protokollführerinnen im Haus. Mein Dank richtet sich auch an alle Kärntnerinnen und Kärntner, die zu diesem Land stehen. Der Landtag ist eine Wegmarkierung für eine liberale Demokratie in einem föderalen Staat. Es lebe Kärnten, es lebe die Republik Österreich in einem gemeinsamen, Europa“
Landeshauptmann Peter Kaiser, am 19. März 2026