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Kärntens Polizeibilanz 2025: Weniger Anzeigen, neue Schwerpunkte bei Cybercrime und Verkehr

In Kärnten ist die Zahl der angezeigten Straftaten im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Jahresbilanz der Landespolizeidirektion Kärnten, dass einzelne Bereiche deutlich gegen den Trend laufen – etwa Cybercrime, Gewaltkriminalität und Delikte im Straßenverkehr.

KI-generiertes Symbolfoto

Kärnten – Kärnten verzeichnete 2025 insgesamt 25.532 Anzeigen. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aufklärungsquote blieb mit 61,3 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau, auch wenn sie gegenüber 2024 leicht um 0,3 Prozentpunkte sank. Insgesamt wurden 18.429 Tatverdächtige ausgeforscht, ebenfalls etwas weniger als im Jahr davor.

Internetkriminalität bleibt ein zentrales Thema

Leicht gesunken ist die Zahl der angezeigten Fälle im Bereich der Internetkriminalität. 2025 wurden in Kärnten 3.034 Delikte registriert, nach 3.100 im Jahr davor. Auffällig ist aber die Entwicklung beim sogenannten Cybercrime im engeren Sinn: Hier stiegen die Anzeigen um 23 Prozent auf 733 Fälle. Rückläufig waren dagegen Erpressungen im Internet sowie Internetbetrug. Bei Letzterem bearbeitete die Kärntner Polizei 1.716 Fälle, ein Minus von 5 Prozent.

Mehr Gewaltdelikte, weniger Raubanzeigen

Einen leichten Anstieg gab es bei der Gewaltkriminalität. Die Zahl der Anzeigen erhöhte sich von 4.232 auf 4.345 Fälle, also um 2,7 Prozent. Davon entfielen 856 Straftaten auf Gewalt in der Privatsphäre, womit dieser Bereich das zweite Jahr in Folge leicht zurückging. In mehr als 61 Prozent der angezeigten Gewaltdelikte bestand laut Bilanz ein Bekanntschaftsverhältnis zwischen Tatverdächtigen und Opfern.

Auch 2025 war die Stichwaffe das häufigste Tatmittel. Registriert wurde ein vollendeter Mord an einem männlichen Opfer. Bei der Raubkriminalität kam es hingegen zu einem Rückgang: 64 Anzeigen bedeuteten ein Minus von 8,6 Prozent gegenüber 2024. Mehr als die Hälfte dieser Taten ereignete sich an öffentlichen Orten, auf Straßen oder Parkplätzen.

Eigentumsdelikte gehen zurück, Wohnraumeinbrüche steigen

Deutlich gesunken ist die Eigentumskriminalität. Mit 5.849 erfassten Delikten lag sie um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Weniger Anzeigen gab es auch bei Diebstahl und schwerem Diebstahl, beim KFZ-Diebstahl sowie bei Trickdiebstählen. Gegen den Trend entwickelten sich allerdings Einbrüche in Wohnräume: Hier stieg die Zahl um 6,2 Prozent auf 293 Fälle. Davon wurden 165 Einbrüche vollendet, in 128 Fällen blieb es beim Versuch.

Weniger Suchtmittelanzeigen, mehr Betrugsdelikte

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Im Bereich der Suchtmittelkriminalität registrierte die Polizei 2.335 Delikte. Das sind 12,7 Prozent weniger als 2024. Zugenommen haben dagegen die Betrugsdelikte. Insgesamt wurden 3.387 Anzeigen verzeichnet, was einem Plus von 2,8 Prozent entspricht. Besonders stark fiel der Anstieg beim Sozialleistungsbetrug aus: Die Zahl der Anzeigen stieg von 133 auf 282 Fälle. Auch Trickbetrug nahm zu.

Einen besonders deutlichen Rückgang gab es bei der Schlepperei. Hier sank die Zahl der Anzeigen von 54 auf 8 Fälle – ein Minus von 85 Prozent.

Junge Tatverdächtige: Rückgang insgesamt, Anstieg bei den Jüngsten

Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren lag 2025 bei 4.205 und damit um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Innerhalb der Altersgruppen zeigt sich aber ein differenziertes Bild: Bei den unter 10-Jährigen stieg die Zahl der Tatverdächtigen von 40 auf 57, bei den 10- bis unter 14-Jährigen von 509 auf 596. Rückgänge gab es hingegen bei den 14- bis unter 18-Jährigen sowie bei den 18- bis unter 21-Jährigen.

Verkehr: Mehr Alkohol- und Drogenanzeigen

Im Straßenverkehr setzte die Polizei 2025 erneut starke Kontrollschwerpunkte. Insgesamt wurden 136.488 Alkoholkontrollen durchgeführt, also mehr als im Jahr davor. Die Anzeigen wegen Alkohol am Steuer stiegen um 7,9 Prozent auf 3.368. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei Drogenlenkern aus: 481 Fahrzeuglenkerinnen und -lenker wurden wegen Fahrens unter Drogeneinfluss angezeigt, ein Plus von 50,8 Prozent.

Bei den weiteren Verkehrsdelikten zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Zahl der Anzeigen wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen und wegen Handy am Steuer ging zurück. Zugenommen haben dagegen Verstöße gegen die Gurtenpflicht sowie Anzeigen wegen zu geringem Sicherheitsabstand.

Bilanz mit Licht und Schatten

Die Polizeiliche Jahresbilanz 2025 zeigt für Kärnten insgesamt einen leichten Rückgang bei der Gesamtkriminalität. Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass sich Delikte zunehmend verlagern. Vor allem im digitalen Raum, bei einzelnen Betrugsformen und im Straßenverkehr bleiben die Herausforderungen groß. Während klassische Eigentumsdelikte rückläufig sind, rücken Cybercrime, Gewalt und verkehrsbezogene Kontrollen stärker in den Fokus.