Das Landesimmobilienmanagement plant die Generalsanierung und Erweiterung der Fachberufsschule Völkermarkt. Für das Projekt sind Gesamtkosten von 25,76 Millionen Euro veranschlagt. Im Zuge einer Überprüfung hat der Landesrechnungshof jedoch mehrere Kritikpunkte aufgezeigt und auf Optimierungspotenzial bei Planung und Kostenermittlung hingewiesen.
Ein zentraler Punkt betrifft laut Landesrechnungshof die Standortfrage. Demnach sei das Projekt geplant worden, ohne eine mögliche Verlegung des Standorts in vergleichbarer Tiefe geprüft zu haben. Zwar habe es laut Aktenvermerk Gespräche über eine mögliche Kooperation mit dem WIFI-Technikzentrum in Klagenfurt gegeben, diese Alternative sei jedoch nicht eingehend analysiert worden.
Der Landesrechnungshof verweist in seinem Bericht darauf, dass auch mögliche Einsparungspotenziale und Synergieeffekte einer solchen Lösung nicht berechnet wurden. „Potenziell kostengünstigere Standortalternativen sollten tiefergehend geprüft werden“, empfiehlt der Landesrechnungshof und spricht sich für eine fundierte Standortentscheidung auf Basis einer umfassenden Analyse aus.
Kritik an Kostenermittlung und Ausschreibungsplanung
Auch bei der Kostenermittlung sieht die Kontrollinstanz Verbesserungsbedarf. Wie der Landesrechnungshof festhält, basierten die Mengenermittlungen nicht auf den Bemaßungen der Ausschreibungsplanung. Stattdessen seien sämtliche Längen vom Planer neu ermittelt worden, obwohl die vorhandenen Bemaßungen genauer gewesen wären.
Zusätzlich wurden laut Prüfbericht teilweise Entwurfspläne anstelle der Ausschreibungsplanung verwendet. Änderungen seien dadurch nicht vollständig berücksichtigt worden.
Weitere Kritik richtet sich auf konkrete Berechnungsfehler. So seien etwa Öffnungen wie Türen bei der Mengenermittlung nicht abgezogen worden. Auch sei die Verfliesung in einigen Sanitärräumen des Internats um 1,1 Meter höher angesetzt worden als die tatsächliche Raumhöhe.
„Mengenermittlungen sollten sorgfältiger durchgeführt und bestehende Bemaßungen der Ausschreibungspläne herangezogen werden“, hält der Landesrechnungshof dazu fest. Zudem wird empfohlen, Planbeilagen übersichtlicher darzustellen.
Landesrechnungshof sieht wirtschaftliches Potenzial
Aus Sicht des Landesrechnungshofes könnten durch präzisere Planung und eine vertiefte Prüfung von Alternativen sowohl wirtschaftliche als auch organisatorische Verbesserungen erzielt werden. Gerade bei einem Investitionsvolumen von mehr als 25 Millionen Euro komme einer fundierten Vorbereitung besondere Bedeutung zu.
Mit seinen Empfehlungen stellt der Landesrechnungshof das Projekt nicht grundsätzlich infrage, fordert aber deutliche Nachschärfungen bei Planung, Kostenberechnung und Standortbewertung ein.