In den ersten Maitagen stand die Region Friaul ganz im Zeichen des Gedenkens an das verheerende Erdbeben von 1976. Zahlreiche Gemeinden erinnerten mit Feiern, Messen und Ausstellungen an die Katastrophe, die vor 50 Jahren große Teile der Region zerstörte. Auch die italienische Staatsspitze mit Präsident Sergio Mattarella und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nahm an den Gedenkveranstaltungen teil.
Hilfe unmittelbar nach der Katastrophe
Bereits einen Tag nach dem Erdbeben organisierten der damalige Griffner Bürgermeister Thomas Miklau sowie Albert und Dieter Samonigg gemeinsam mit Erwin Kauer eine erste Hilfsaktion. Mit dringend benötigten Gütern machten sie sich auf den Weg nach Friaul. Trotz schwieriger Straßenverhältnisse erreichten sie die Gemeinde Trasaghis nahe Gemona, die ihnen vom Österreichischen Roten Kreuz zugewiesen worden war. In den folgenden Wochen wurden weitere Hilfstransporte durchgeführt, unter anderem mit Bauholz. Transportiert wurden die Materialien mit dem Feuerwehr-Lkw, gefahren von Robi Hehn.
Unmittelbar nach dem Erdbeben nahmen zudem Griffner Familien Kinder aus Trasaghis auf, um ihnen nach den belastenden Erlebnissen eine Zeit der Erholung zu ermöglichen.
Aus Hilfe wurde Partnerschaft
Aus den ersten Kontakten entwickelte sich im Laufe der Jahre eine enge Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden. Besonders die damaligen Bürgermeister Ivo del Negro und später Augusto Picco engagierten sich für den Ausbau der Beziehungen. Am 8. Dezember 1978 wurde schließlich im Gemeinderat von Trasaghis die offizielle Gemeindepartnerschaft gegründet.
Zahlreiche Vereine pflegen den Austausch
In den vergangenen Jahrzehnten kam es immer wieder zu gemeinsamen Veranstaltungen und Besuchen. Beteiligt waren unter anderem der Gemischte Chor Griffen, die Trachtenkapelle Griffen, Traditionsverbände, Schulen, Feuerwehr und Sportvereine. Auch kirchliche Kontakte wurden gepflegt.
Tradition wird weitergeführt
Auch heute wird die Partnerschaft aktiv gelebt. Unter Bürgermeisterin Stefania Pisú und Bürgermeister Josef Müller finden regelmäßig gegenseitige Besuche statt. Unterstützt wird der Austausch seit vielen Jahren von Michael Kircher, der als Dolmetscher und Verbindungsmann tätig ist.

Am 5. und 6. Mai 2026 war eine Delegation aus Griffen, angeführt von Bürgermeister Josef Müller und begleitet vom Gemischten Chor Griffen, zu den Feierlichkeiten des 50-jährigen Gedenkens nach Trasaghis eingeladen.
Freundschaft soll Zukunft haben
Die Partnerschaft zwischen Griffen und Trasaghis gilt bis heute als besonderes Zeichen gelebter Nachbarschaft und gegenseitiger Unterstützung über Grenzen hinweg. Nun soll diese Tradition auch in den kommenden Jahrzehnten mit neuer Energie fortgeführt werden.