Die Kosten für Bauprojekte in Österreich sind im Mai 2026 erneut deutlich gestiegen. Das geht aus vorläufigen Daten von Statistik Austria hervor. Sowohl im Wohnbau als auch in mehreren Bereichen des Tiefbaus wurden gegenüber dem Vorjahr spürbare Preissteigerungen verzeichnet.
Wohnbaukosten legen kräftig zu
Im Wohnhaus- und Siedlungsbau lag der Baukostenindex im Mai 2026 bei 105,8 Punkten. Gegenüber dem Mai des Vorjahres entspricht das einem Anstieg von 5,6 Prozent. Auch im Vergleich zum April 2026 verteuerten sich Bauleistungen um 1,8 Prozent. Damit setzt sich die Entwicklung steigender Baukosten fort. Für private Bauherren, Wohnbauträger und Gemeinden bedeutet dies weiterhin höhere Ausgaben bei der Umsetzung von Bauprojekten.
Straßenbau mit stärkstem Kostenanstieg
Noch deutlicher fiel die Entwicklung im Straßenbau aus. Hier erreichte der Baukostenindex 109,0 Punkte und lag damit um 8,9 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Im Vergleich zum April stiegen die Kosten um weitere 1,6 Prozent. Der Straßenbau verzeichnete damit den stärksten Kostenanstieg unter den von Statistik Austria erfassten Bausparten.
Auch Brücken- und Wasserbau werden teurer
Im Brückenbau lag der Index im Mai bei 107,1 Punkten. Das entspricht einem Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber April 2026 erhöhten sich die Kosten um 2,0 Prozent. Auch im Siedlungswasserbau setzte sich der Aufwärtstrend fort. Mit einem Indexwert von 107,2 Punkten lagen die Kosten um 7,0 Prozent über dem Vorjahresniveau und um 1,9 Prozent über dem Wert des Vormonats.
Höhere Lohnkosten als wichtiger Faktor
Als wesentlichen Grund für die aktuellen Kostensteigerungen nennt Statistik Austria die seit 1. Mai 2026 geltenden Kollektivvertragsabschlüsse in mehreren baurelevanten Branchen. Betroffen sind unter anderem das Baugewerbe, das Zimmermeistergewerbe sowie das Malergewerbe.
Die Lohnkosten im Bereich der Gesamtbaukosten des Wohnbaus stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent. Bei den Baumeisterarbeiten im Wohnhaus- und Siedlungsbau sowie im Tiefbau lag der Anstieg sogar bei 3,3 Prozent.
Auswirkungen auf künftige Bauprojekte
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass die Kostenbelastung in der Bauwirtschaft weiterhin hoch bleibt. Sowohl öffentliche Infrastrukturprojekte als auch private Bauvorhaben müssen mit höheren Ausgaben kalkulieren. Besonders die Entwicklung der Lohnkosten dürfte auch in den kommenden Monaten ein wichtiger Faktor für die Preisentwicklung am Bau bleiben.