Mit einer Novelle des österreichischen Tierschutzgesetzes wird ab 1. Juli 2026 bundesweit ein verpflichtender Sachkundenachweis für die Haltung bestimmter Tierarten eingeführt. Betroffen sind alle Personen, die künftig erstmals einen Hund, ein Reptil, ein Amphibium oder bestimmte Papageienvögel halten möchten.
Der Sachkundenachweis muss grundsätzlich vor der Anschaffung des Tieres absolviert werden. Vorgesehen ist ein mindestens vierstündiger Theoriekurs, in dem Grundlagen zur artgerechten Haltung, Pflege, Ernährung und zum Verhalten der Tiere vermittelt werden. Wer einen Hund hält, muss zusätzlich innerhalb von zwölf Monaten nach Beginn der Haltung eine zweistündige Praxiseinheit gemeinsam mit dem Tier absolvieren.
Nicht jeder von Regelung betroffen
Ausgenommen sind unter anderem Personen, die bereits einen Hund in der Heimtierdatenbank registriert haben oder innerhalb der vergangenen zwei Jahre einen registrierten Hund gehalten haben. Auch für Halter von Reptilien und Amphibien gelten Ausnahmen, wenn eine entsprechende behördliche Meldung nachgewiesen werden kann. Darüber hinaus sind einschlägige Ausbildungen oder berufliche Qualifikationen anrechenbar.
In Kärnten werden anerkannte Sachkundekurse ausschließlich über die Homepage des Landes Kärnten veröffentlicht. Die Kurskosten werden von den jeweiligen Vortragenden kostendeckend eingehoben.
Das sagen die Experten
Landesrätin Beate Prettner: „Mit dem Sachkundenachweis gibt es österreichweit erstmals einheitliche Mindeststandards für angehende Tierhalterinnen und Tierhalter. Tierwohl darf nicht vom Wohnort abhängen.“ Außerdem betont sie: „Wer die Bedürfnisse seines Tieres kennt, kann Überforderung, Fehlhaltungen und unnötiges Leid von Anfang an vermeiden.“

Hundetrainerin Daniela Ranftler sieht darin einen wichtigen Schritt: „Hunde sind Familienmitglieder – und ihre Betreuung erfordert Wissen und Verantwortung. So wie niemand ohne Führerschein Auto fährt, sollte auch der Umgang mit einem Hund auf Kompetenz und Verantwortung beruhen.“
Auch Helga Happ, Leiterin des Reptilienzoos Happ, begrüßt die Neuerung: „Wir haben ein großes Problem mit Spontankäufen. Jedes Jahr nehmen wir rund 400 Tiere auf – darunter etwa 150 Reptilien.“ Sie hofft, dass sich künftig nur noch gut informierte Tierfreunde für ein Reptil oder Amphibium entscheiden.