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Insolvenzen 1. Halbjahr 2026: Zwei Völkermarkter Unternehmen unter Kärntens größten Pleiten

Die wirtschaftlichen Herausforderungen für Kärntens Betriebe halten an. Wie die aktuelle Insolvenzstatistik des Alpenländischen Kreditorenverbandes für das erste Halbjahr 2026 zeigt, mussten 231 Unternehmen Insolvenz anmelden – ein Plus von rund 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Interessant: Gleich zwei Unternehmen aus dem Bezirk Völkermart finden sich unter den zehn größten Firmeninsolvenzen Kärntens.

AKV Europa- Insolvenzstatistik 1. Halbjahr 2026: . Vor allem Bauwirtschaft, Gastronomie und Handel kämpfen mit den Folgen der anhaltend schwierigen Wirtschaftslage. (Symbolfoto) ©magnific/varh

Insgesamt wurden in Kärnten laut AKV Europa in den ersten sechs Monaten des Jahres 557 Insolvenzverfahren registriert. Davon entfielen 231 auf Unternehmen und 326 auf Privatpersonen. Während die Firmeninsolvenzen deutlich zunahmen, ging die Zahl der Privatinsolvenzen leicht zurück.

Besonders auffällig ist der starke Anstieg jener Fälle, bei denen ein Insolvenzverfahren gar nicht eröffnet werden konnte, weil nicht einmal ausreichend Vermögen vorhanden war, um die Verfahrenskosten zu decken. Diese sogenannten Verfahrensabweisungen stiegen innerhalb eines Jahres von 59 auf 107 Fälle.

Der AKV sieht die Ursachen vor allem in den weiterhin hohen Energie-, Lohn- und Mietkosten sowie in der anhaltenden Kaufzurückhaltung vieler Konsumenten. Viele Betriebe hätten ihre finanziellen Reserven mittlerweile aufgebraucht und bekämen kaum noch neue Kredite.

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Völkermarkt in den Top 10 der größten Insolvenzen vertreten

Aus regionaler Sicht fällt besonders auf, dass zwei Unternehmen aus Völkermarkt zu den größten Insolvenzverfahren des Landes zählen.

Die TARA Immobilienmanagement GmbH in der Klagenfurter Straße weist laut AKV Verbindlichkeiten von rund 7,86 Millionen Euro auf und liegt damit landesweit auf Rang drei der größten Insolvenzen nach Passiva.

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Ebenfalls in dieser Liste vertreten ist die Seniorenresidenz Ornbau GmbH, ebenfalls mit Sitz in Völkermarkt. Ihre Verbindlichkeiten belaufen sich auf rund 3,63 Millionen Euro.

Bauwirtschaft bleibt Sorgenkind

Die meisten Firmeninsolvenzen entfielen erneut auf die Baubranche. Dort wurden im ersten Halbjahr 34 Verfahren gezählt. Dahinter folgen Beherbergung und Gastronomie mit 30 sowie der Handel mit 26 Insolvenzen.

Gemessen an den Verbindlichkeiten liegt allerdings die Immobilienbranche an der Spitze. Im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen summierten sich die Passiva auf knapp 19,9 Millionen Euro, gefolgt von Gastronomie und Beherbergung mit rund 17,2 Millionen Euro sowie der Baubranche mit 14,8 Millionen Euro.

Weniger Privatinsolvenzen dafür höhere Schulden

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei den Privatinsolvenzen. Hier verzeichnet Kärnten einen Rückgang von 341 auf 326 Verfahren. Gleichzeitig stieg jedoch die durchschnittliche Verschuldung deutlich an – von 82.800 Euro auf 104.700 Euro pro Verfahren.

AKV Europa rechnet erst 2027 mit Entspannung

Nach Einschätzung des AKV Europa dürfte die Zahl der Firmeninsolvenzen auch im weiteren Jahresverlauf hoch bleiben. Eine nachhaltige Entspannung werde frühestens im kommenden Jahr erwartet. Vorraussetzung dafür ist aber, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung verbessert. Bei den Privatinsolvenzen rechnen die Experten hingegen mit einer weitgehend stabilen Entwicklung.

Quelle: Alpenländischer Kreditorenverband, Aussendung 8. Juli 2026