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Beschädigter Lithium-Akku dürfte Brand in Altpapier-Müllwagen ausgelöst haben

Nach dem Brand eines mit Altpapier beladenen Müllwagens in St. Kanzian dürfte die Ursache nun weitgehend geklärt sein. Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens entdeckten nach den Aufräumarbeiten einen massiv beschädigten Lithium-Ionen-Akku im verbrannten Papier. Nach derzeitiger Einschätzung dürfte dieser den Brand ausgelöst haben.

Der rund 35 bis 40 Zentimeter lange, massiv beschädigte Lithium-Ionen-Akkupack wurde nach dem Brand aus dem Altpapier geborgen. Nach Einschätzung des Entsorgungsunternehmens dürfte er die Ursache des Müllwagenbrandes gewesen sein.

St. Kanzian – Vor wenigen Tagen wurden die Freiwilligen Feuerwehren Stein im Jauntal und Peratschitzen zu einem Brand eines Altpapier-Müllwagens alarmiert. Der Lenker bemerkte während der Fahrt Rauch aus dem Laderaum und reagierte geistesgegenwärtig: Er kippte die Ladung rechtzeitig an einer geeigneten Stelle ab. Dadurch konnte verhindert werden, dass die Flammen auf das Fahrzeug übergriffen. Die beiden Feuerwehren brachten den Brand rasch unter Kontrolle und verhinderten eine weitere Ausbreitung.

Brandursache dürfte nun gefunden worden sein

Nach den Löscharbeiten untersuchten Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens das verbrannte Material. Dabei wurde ein stark beschädigter Lithium-Ionen-Akkupack entdeckt, der offenbar gemeinsam mit dem Altpapier entsorgt worden war.

Ob es sich tatsächlich um die eindeutige Brandursache handelt, müssen mögliche weitere Untersuchungen zeigen. Nach derzeitiger Einschätzung spricht jedoch vieles dafür, dass der falsch entsorgte Akku den Brand ausgelöst hat.

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Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens entdeckten bei den Aufräumarbeiten den massiv beschädigten Lithium-Ionen-Akku, der als mutmaßliche Brandursache des Müllwagenbrandes gilt.

Vermutlich Akku aus einem E-Scooter, E-Bike oder Elektrowerkzeug

Anhand der Bauform dürfte es sich um einen Lithium-Ionen-Akkupack mit mehreren sogenannten Pouch-Zellen handeln. Solche Akkus kommen unter anderem in E-Scootern, E-Bikes, Elektrowerkzeugen oder ähnlichen mobilen Geräten zum Einsatz.

Warum beschädigte Lithium-Akkus so gefährlich sind

Lithium-Ionen-Akkus speichern auf engem Raum eine große Menge Energie. Wird ein Akku beschädigt, gequetscht oder durch Druck verformt, können im Inneren Kurzschlüsse entstehen.

Dabei kann eine sogenannte thermische Kettenreaktion einsetzen. Die einzelnen Zellen erhitzen sich selbst, setzen brennbare Gase frei und können sich innerhalb weniger Sekunden entzünden. Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius sind dabei möglich. Befindet sich der Akku zwischen Papier oder Karton, breitet sich das Feuer oft innerhalb kürzester Zeit aus.

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Besonders heimtückisch ist, dass ein beschädigter Akku nicht sofort reagieren muss. Zwischen der Beschädigung und einem Brand können Minuten, Stunden oder sogar noch längere Zeit vergehen.

Müllfahrzeuge sind besonders gefährdet

Gerade in Altpapier-Müllwagen werden die gesammelten Abfälle während der Fahrt laufend verdichtet. Gerät dabei ein Lithium-Akku in das Presswerk, kann bereits der enorme Druck ausreichen, um die Zellen zu beschädigen und einen inneren Kurzschluss auszulösen.

Ein einzelner falsch entsorgter Akku genügt daher unter Umständen, um die gesamte Papierladung in Brand zu setzen. Solche Brände verursachen jedes Jahr hohe Schäden an Müllfahrzeugen, Recyclinganlagen und Entsorgungsbetrieben.

Akkus gehören niemals ins Altpapier

Lithium-Ionen-Akkus – egal ob groß oder klein – dürfen niemals über das Altpapier oder den Restmüll entsorgt werden. Sie gehören ausschließlich zu Altstoffsammelzentren, Batteriesammelstellen oder zurück zum Elektrofachhandel.

Ist ein Akku beschädigt, sollte er keinesfalls mehr geladen, geöffnet, zerlegt oder zusammengedrückt werden. Auch scheinbar vollständig entladene Akkus können sich noch Stunden oder sogar Tage später selbst entzünden. Beschädigte Akkus sollten bis zur fachgerechten Entsorgung möglichst im Freien und mit ausreichend Abstand zu brennbaren Materialien gelagert werden. Von einem einfachen Einlegen in Wasser wird ebenfalls abgeraten, da dies nicht in jedem Fall eine sichere Lösung darstellt.