Völkermarkt – Eine vollständige Verlagerung des Roten Kreuzes an einen neuen Standort ist damit vom Tisch. Der ursprünglich angedachte komplette Neubau ist laut Rotem Kreuz aufgrund der damit verbundenen Kosten nicht umsetzbar. Als Gründe werden die angespannten finanziellen Rahmenbedingungen und die seit Jahren nicht kostendeckende Finanzierung des Rettungsdienstes genannt.
Rettungsdienst bleibt in Völkermarkt
Am Standort Völkermarkt bleiben der Rettungsdienst inklusive Notarzteinsatzfahrzeug, die Verwaltung, die Jugendgruppe sowie die Aus- und Fortbildung angesiedelt.
Gleichzeitig soll die bestehende Infrastruktur weiterentwickelt und modernisiert werden. Geplant werden unter anderem zeitgemäße Schlafräume, eine eigene Einheit für den Notarztdienst sowie moderne Aufenthalts- und Sozialräume für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
„Eine gemeinsame Lösung unter einem Dach war über viele Jahre unser Ziel. Unter den heutigen finanziellen Rahmenbedingungen lässt sich ein kompletter Neubau aber nicht verwirklichen“, erklärt Dominik Zwillak, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes in Völkermarkt.
Kühnsdorf wird zusätzlicher Standort
Das bereits angekaufte Grundstück in Kühnsdorf soll dennoch genutzt werden. Dort ist ein zusätzlicher Standort für die Gesundheits- und Sozialen Dienste, die Team Österreich Tafel sowie weitere Freiwillige Soziale Dienste vorgesehen.
Aufgrund der strategischen Lage soll Kühnsdorf außerdem eine Rolle im Katastrophenschutz übernehmen. Nach derzeitigem Stand sind ein modernes Katastrophenschutzlager sowie die Stationierung eines Rettungstransportwagens und eines weiteren Einsatzfahrzeuges vorgesehen. Damit soll insbesondere die sanitätsdienstliche Versorgung im südlichen Teil des Bezirkes verbessert werden.
„Völkermarkt bleibt unser Hauptstandort. Kühnsdorf ist keine Verlagerung, sondern eine Erweiterung“, betont Zwillak.
Kompletter Neubau finanziell nicht möglich
Hinter der Entscheidung steht vor allem die finanzielle Situation. Ein kompletter Neubau in der ursprünglich geplanten Form sei nicht finanzierbar, erklärt Dr. Martin Pirz, Präsident des Roten Kreuzes Kärnten.
„Wir müssen verantwortungsvoll mit den Mitteln umgehen, die uns zur Verfügung stehen, und gleichzeitig dafür sorgen, dass das Rote Kreuz auch in Zukunft bestmöglich für die Menschen im Bezirk da sein kann“, so Pirz.
Die nun gewählte Lösung soll bestehende Möglichkeiten nutzen und Investitionen auf beide Standorte verteilen.
Konkrete Planungen starten
Mit der Grundsatzentscheidung steht die künftige Richtung fest. Als nächster Schritt beginnen die konkreten Planungen und Kostenschätzungen für Völkermarkt und Kühnsdorf. Dabei sollen die räumlichen Anforderungen, baulichen Möglichkeiten und die zu erwartenden Kosten im Detail erhoben werden.
„Wir haben jetzt die Richtung festgelegt. Im nächsten Schritt müssen wir genau planen und rechnen“, erklärt Pirz. Ziel sei eine vernünftige und finanzierbare Lösung, die die Einsatzfähigkeit stärkt, gute Arbeitsbedingungen schafft und der Versorgung der Bevölkerung im Bezirk dient.