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Bitpanda-Gründer Paul Klanschek spricht in Bleiburg über seinen Weg zum internationalen Erfolg

Beim „Sommer Talk“ der Wirtschaftskammer Völkermarkt in der Alten Meierei in Bleiburg stand Bitpanda-Mitgründer Paul Klanschek im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Wirtschaftskammer-Kärnten-Präsident Jürgen Mandl und Rudolf Bredschneider von der Bezirksstelle Völkermarkt ging es um Unternehmertum, Wachstum, wirtschaftliche Herausforderungen und die Chancen des Standorts Kärnten.

Beim Sommer Talk in der Alten Meierei in Bleiburg: Bitpanda-Mitgründer Paul Klanschek im Gespräch mit Moderatorin Mag. Christiane Holzinger.

Bleiburg – Rudolf Bredschneider eröffnete den Abend mit einer persönlichen Note: Paul Klanschek ist nicht nur einer der bekanntesten Unternehmer mit Wurzeln im Bezirk, sondern auch sein Neffe. Bredschneider verwies auf dessen außergewöhnliche Entwicklung und darauf, dass Klanschek nur selten in diesem Rahmen öffentlich über seinen unternehmerischen Weg spricht.

Auch Wirtschaftskammer-Kärnten-Präsident Jürgen Mandl richtete den Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage. Trotz zahlreicher Herausforderungen sehe er bei vielen Unternehmen deutlich mehr Zuversicht, Innovationskraft und Veränderungsbereitschaft, als es die öffentliche Stimmung oft vermuten lasse. Gerade neue Verkehrsverbindungen und die stärkere Vernetzung im Alpen-Adria-Raum würden für Kärnten zusätzliche Chancen eröffnen.

„Wenn das keiner macht, muss man es selber machen“

Die Geschichte von Bitpanda begann nicht mit einer großen Unternehmensvision, sondern mit einem konkreten Problem. Anfang der 2010er-Jahre war es in Europa kompliziert, Bitcoin zu kaufen. Viele Plattformen saßen in den USA oder Japan und richteten sich vor allem an technisch versierte Nutzer.

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Klanschek und seine späteren Mitgründer wollten den Zugang vereinfachen.

„Wir haben relativ lange zugewartet und gedacht, das wird irgendjemand machen. Irgendwann war klar: Wenn das keiner macht, muss man es selber machen.“

2013 begann das Team mit der Entwicklung, 2014 wurde Bitpanda gegründet. Kurz darauf nutzten die ersten Kunden die Plattform.

Wirtschaftskammer-Kärnten-Präsident Jürgen Mandl, Bezirksgeschäftsführerin Manuela Schnitzler, Moderatorin Mag. Christiane Holzinger, Bitpanda-Mitgründer Paul Klanschek und Bezirksobmann Rudolf Bredschneider beim Sommer Talk in Bleiburg.

Jahre ohne Gründergehalt

In den ersten Jahren wurde das Unternehmen weitgehend aus eigener Kraft und den laufenden Einnahmen finanziert. Neue Mitarbeiter kamen erst dazu, wenn es die wirtschaftliche Entwicklung zuließ.

Auch die Gründer selbst verzichteten lange auf ein regelmäßiges Einkommen.

„Wir haben uns das erste Gehalt 2018 ausgezahlt.“

Diese Phase habe das Unternehmen stark geprägt. Die Gründer waren in zahlreiche operative Bereiche eingebunden und trafen auch viele Personalentscheidungen selbst.

Mit zunehmender Größe funktionierte dieses Modell jedoch nicht mehr. Vor allem zwischen rund 60 und 100 Mitarbeitern sei deutlich geworden, dass neue Führungsstrukturen notwendig waren. Verantwortung abzugeben und passende Führungskräfte zu finden, sei zu einem zentralen Schritt geworden.

Corona brachte den Wachstumsschub

Eine entscheidende Phase begann 2020. Während der Corona-Pandemie stieg das Interesse an Investments und Kryptowährungen stark an. Bitpanda verzeichnete deutlich mehr Anmeldungen und musste gleichzeitig Technik, Kundensupport, Produkte und Personal ausbauen.

In dieser Zeit entschied sich das Gründerteam auch für größere externe Finanzierungsrunden. 2021 erreichte Bitpanda eine Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro und damit den sogenannten Unicorn-Status.

Klanschek relativierte die Bedeutung solcher Bewertungen jedoch.

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„Eine hohe Bewertung sagt noch nicht, ob eine Firma solide ist.“

Das zusätzliche Kapital habe vor allem schnelleres Wachstum ermöglicht und Bitpanda zugleich ein anderes Standing bei Banken und internationalen Partnern verschafft.

Nach dem Boom folgten schwierige Entscheidungen

2022 kühlte sich der Kryptomarkt deutlich ab. Nach dem starken Wachstum der Vorjahre musste auch Bitpanda reagieren und seine Kostenstruktur reduzieren.

Klanschek sprach offen darüber, dass Personalabbau zu den unangenehmsten Entscheidungen eines Unternehmers gehöre. Gleichzeitig müsse ein Unternehmen in einer volatilen Branche rechtzeitig auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren.

Auch beim Thema Unternehmenskultur vertritt er eine klare Linie: Mitarbeiter müssten fachlich und menschlich zum Unternehmen und zur jeweiligen Entwicklungsphase passen.


Bitpanda-Mitgründer Paul Klanschek sprach beim Sommer Talk in Bleiburg über seinen unternehmerischen Weg, die Entwicklung von Bitpanda und seine Erfahrungen aus mehr als einem Jahrzehnt Unternehmertum.

„Es gibt keinen Grund, warum es in Kärnten nicht funktionieren könnte“

Einen Teil des Gesprächs widmete Klanschek seiner Heimat Kärnten. Die hohe Lebensqualität sieht er als großen Vorteil, bei hoch spezialisierten Arbeitsplätzen und internationalen Fachkräften gebe es allerdings weiterhin Herausforderungen.

Trotzdem sieht er Potenzial für den Wirtschafts- und Technologiestandort.

„Es gibt keinen Grund, warum es in Kärnten nicht funktionieren könnte.“

Technologieunternehmen, Hochschulen, Start-ups und eine bessere infrastrukturelle Anbindung könnten dazu beitragen, neue Möglichkeiten zu schaffen. Ein eigener Bitpanda-Standort in Kärnten sei derzeit zwar kein konkretes Projekt, grundsätzlich seien solche Modelle aber denkbar.

Ein Unternehmen, das auch ohne Gründer funktioniert

2025 zog sich Klanschek nach mehr als einem Jahrzehnt aus der operativen Geschäftsführung zurück. Heute beschäftigt er sich stärker mit strategischen Themen und bleibt Bitpanda weiterhin verbunden.

Für ihn gehört auch dieser Schritt zum Aufbau eines nachhaltigen Unternehmens.

„Das Ziel ist eine Firma, die auch ohne dich funktioniert.“

Nach Jahren, in denen Bitpanda praktisch rund um die Uhr Teil seines Alltags gewesen sei, habe das Loslassen zunächst eine Umstellung bedeutet. Neue unternehmerische Projekte schließt Klanschek dennoch nicht aus.

Moderiert wurde der Sommer Talk von Mag. Christiane Holzinger. Für die Kulinarik des Abends sorgte die Werner Berg Genießerei.