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WasserRadar Kärnten: Neuhaus als Pilotprojekt für intelligente Wasserversorgung

Wasserverluste früher erkennen, Verbrauchsspitzen besser einschätzen und mögliche Versorgungsengpässe rechtzeitig sichtbar machen: Das ist das Ziel des neuen Pilotprojekts „WasserRadar Kärnten“. Als Demonstrationsstandort dient die Gemeinde Neuhaus.

WasserRadar Kärnten mit v.r. Alexander Valentinitsch, Regina Wiedl, Bgm. Patrick Skubel, LRin Marika Lagger-Pöllinger, Herfried Zessar und Heinrich Fritzl ©Büro LRin Lagger-Pöllinger

In Neuhaus werden seit 2021 digitale Verbrauchsdaten aus der Wasserversorgung erhoben. Diese Daten sollen nun mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Daraus sollen unter anderem Wasserbilanzen, Verbrauchsprognosen und automatische Warnhinweise entstehen.

Das Pilotprojekt „WasserRadar Kärnten“ wurde heute von Wasserreferentin LRin Marika Lagger-Pöllinger gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde Neuhaus und der Fachabteilung Wasserwirtschaft vorgestellt.

Vom Reagieren zum vorausschauenden Handeln

Während herkömmliche Wasserzähler vielfach nur jährlich oder monatlich abgelesen werden, ermöglicht die digitale Erfassung eine zeitnahe Überwachung des Versorgungsnetzes. Auffällige Verbräuche, Wasserverluste, Leitungsschäden und Lastspitzen sollen dadurch früher erkannt werden.

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„Kärnten verfügt grundsätzlich über gute Wasserressourcen. Gleichzeitig können längere Trockenperioden regional und zeitlich zu Engpässen führen. Deshalb müssen wir heute vorsorgen. Mit dem WasserRadar Kärnten verbinden wir kommunale Erfahrung, verlässliche Daten und künstliche Intelligenz. So können Wasserversorger früher handeln, wertvolles Trinkwasser schützen und die Versorgung der Bevölkerung langfristig absichern.“
Wasserreferentin LRin Marika Lagger-Pöllinger

Die gewonnenen Informationen sollen den Wasserversorgern helfen, Betriebsabläufe zu optimieren und bei Bedarf rechtzeitig gegenzusteuern. Gerade längere Trockenperioden können laut Land Kärnten regional und zeitlich zu Engpässen führen.

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Auch Bürgerportal geplant

Von den Entwicklungen sollen auch die Bürger profitieren. Geplant ist ein Portal mit Informationen zum aktuellen Anlagenstatus, zum eigenen Wasserverbrauch und zu den laufenden Kosten. Zudem sollen Warnungen bei ungewöhnlichen Verbrauchswerten oder möglichen Versorgungsengpässen möglich sein. Ein wesentlicher Punkt des Projekts ist laut den Verantwortlichen die Wahrung der kommunalen Datensouveränität.

Neuhaus bringt Erfahrung ein

Die Gemeinde Neuhaus mit Bürgermeister Patrick Skubel hat bereits 2021 ihre bisherigen Wasserzähler durch digitale Zähler ersetzt und seither Erfahrungen mit LoRaWAN- und IoT-Technologien, Wasserbilanzen und automatisierten Alarmierungen gesammelt. Dieses Wissen fließt nun in das Projekt „WasserRadar Kärnten“ ein. Die Erkenntnisse aus dem Demonstrator sollen in weiterer Folge auch für andere Kärntner Gemeinden nutzbar gemacht werden.

„Mit WasserRadar Kärnten wollen wir nun den nächsten entscheidenden Schritt gehen: Vorhandene Wasserdaten sollen mit künstlicher Intelligenz verbunden werden, um unser Wassernetz noch besser zu verstehen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und konkrete Entscheidungen für einen sicheren und nachhaltigen Betrieb zu ermöglichen. Dabei geht es nicht um Digitalisierung. Es geht um einen ganz konkreten Nutzen für die Gemeinden und ihre Bürgerinnen und Bürger: Wasserverluste vermeiden, Ressourcen schonen, Betriebskosten reduzieren, Schäden früher erkennen und die Versorgungssicherheit auch bei Trockenperioden, Rohrbrüchen oder anderen Krisensituationen erhöhen. Unser Ziel ist es, dass Neuhaus dabei nicht nur von einem Projekt profitiert, sondern sein bereits aufgebautes Wissen auch anderen Gemeinden zur Verfügung stellt.“
Bürgermeister Patrick Skubel

Zusammenarbeit von Gemeinde und Forschung

An der Entwicklung arbeiten u.a. das Software Competence Center Hagenberg, das Kärntner Gemeindeservicezentrum, die Hochschule Campus Wien, der Verein der Kärntner Wasserer sowie weitere Technologiepartner mit.

Ziel ist es, eine technische Grundlage zu schaffen, die Wasserbedarfsprognosen, Wasserbilanzen und die frühzeitige Erkennung ungewöhnlicher Verbrauchs- und Betriebsmuster ermöglicht – und künftig auch auf weitere Gemeinden übertragen werden kann.

„Die Wasserversorgung der Zukunft beginnt nicht erst dann, wenn Wasser knapp wird. Sie beginnt heute, mit Wissen, mit Vorsorge und mit einem verantwortungsvollen Umgang mit unserer wichtigsten Ressource.“
Bürgermeister Patrick Skubel