Neuhaus – Seit fünfeinhalb Jahren steht Patrick Skubel als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde Neuhaus. Nun hat er seine erneute Kandidatur öffentlich bekannt gegeben. In einer Mitteilung auf Facebook verweist Skubel auf herausfordernde Jahre, die unter anderem von schweren Unwettern und schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen für Gemeinden geprägt waren.
Seit 2021 Bürgermeister
Bei der Bürgermeisterwahl am 28. Februar 2021 wurde Skubel bereits im ersten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt. Er erreichte 375 Stimmen beziehungsweise 56,3 Prozent und setzte sich damit gegen Sascha Benjamin Malle und Peter Trampusch durch. Am 9. April 2021 erfolgte seine Angelobung.
In seiner Ankündigung zur neuerlichen Kandidatur zieht Skubel eine positive Bilanz der vergangenen Jahre. Gemeinsam habe man wichtige Projekte umgesetzt und zahlreiche Herausforderungen bewältigt. Diesen Weg wolle er mit „Verantwortung, neuen Ideen und vollem Einsatz“ weitergehen.
Digitalisierung als Schwerpunkt in Neuhaus
Ein Thema, mit dem sich Neuhaus während Skubels Amtszeit weit über die Gemeindegrenzen hinaus positioniert hat, ist die Digitalisierung. Bereits 2021 erhielt die Gemeinde für das Projekt „LoRaWAN – kleine Gemeinde neu gedacht“ den A1 Kommunal Digital Award. Über das Netzwerk wurden unter anderem Wasserzähler digitalisiert und Systeme zur Erfassung von Wetterdaten, Fahrbahntemperaturen und Schneehöhen aufgebaut.
Die Entwicklung wurde in den folgenden Jahren weitergeführt. Neuhaus arbeitet dabei mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung zusammen. Bei der Wasserversorgung ermöglichen digitale Messwerte eine laufende Überwachung und sollen beispielsweise Wasserverluste oder Rohrbrüche schneller sichtbar machen. 2024 wurde das Projekt in der Kategorie Digitalisierung mit dem Primus VOR Award ausgezeichnet.
Neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister der Gemeinde Neuhaus ist Patrick Skubel auch Bezirksfeuerwehrkommandant des Bezirkes Völkermarkt. In dieser Funktion trägt er Verantwortung für die Feuerwehren und Einsatzorganisation im Bezirk.
Auch VK24 berichtete bereits ausführlich über die Digitalisierungsstrategie der Gemeinde. Dabei geht es neben modernen Verwaltungsabläufen auch um digitale Souveränität, gemeinsame kommunale IT-Infrastruktur sowie Krisenkommunikation bei Blackouts und Naturkatastrophen.
Künstliche Intelligenz für die Trinkwasserversorgung
Mit dem im August 2026 vorgestellten Pilotprojekt „WasserRadar Kärnten“ geht Neuhaus inzwischen einen weiteren Schritt. Künstliche Intelligenz soll dabei helfen, Auffälligkeiten im Wasserverbrauch zu erkennen und mögliche Wasserverluste oder Versorgungsengpässe frühzeitig sichtbar zu machen. Bereits seit 2021 werden in Neuhaus digitale Wasserverbrauchsdaten erhoben. Das Projekt soll Erfahrungen liefern, von denen künftig auch andere Kärntner Gemeinden profitieren können.
Digitalisierung versteht Skubel dabei nicht als Selbstzweck. In einem aktuellen Porträt des Österreichischen Kommunal-Verlags wird beschrieben, dass die Technologie in Neuhaus insbesondere für Versorgungssicherheit, effizientere Abläufe und Krisenvorsorge eingesetzt wird. Die Gemeinde kooperiert dabei unter anderem mit der Hochschule Campus Wien, der Universität der Bundeswehr München und weiteren Forschungspartnern.
Unwetterjahre forderten die Gemeinde
Zu den größten Herausforderungen der laufenden Amtsperiode gehörten die schweren Unwetter. Nach Angaben des Kommunal-Verlags entstanden 2023 in Neuhaus Schäden von rund zwei Millionen Euro. Noch 2026 liefen Wiederherstellungsmaßnahmen. Dazu zählt die Sanierung der durch die Unwetter 2023 und 2024 erheblich beschädigten Brücke Motschula in Richtung Wesnitzen mit einem Investitionsvolumen von rund 170.000 Euro.
Gerade bei Katastrophen bringt Skubel Erfahrung aus mehreren Bereichen mit. Neben seinem Bürgermeisteramt ist er seit 2021 Bezirksfeuerwehrkommandant des Bezirkes Völkermarkt. Der Kärntner Landesfeuerwehrverband führt ihn aktuell als Bezirksfeuerwehrkommandanten und Mitglied der Feuerwehr Neuhaus.
Bezirksfeuerwehrkommandant und Heeresbeamter
Skubel verfügt über eine langjährige Laufbahn bei der Feuerwehr. Im Februar 2021 wurde er zum Bezirksfeuerwehrkommandanten gewählt und im September desselben Jahres von den Kommandanten des Bezirkes einstimmig für sechs Jahre bestätigt.
Auch beruflich ist sein Tätigkeitsfeld eng mit Organisation und Sicherheit verbunden. Nach einer Lehre als Kfz-Techniker ging Skubel zum Österreichischen Bundesheer. Er ist als Heeresbeamter und Personalvertreter tätig und arbeitet aufgrund seiner politischen Verpflichtungen mittlerweile in Teilzeit. 2005 absolvierte er zudem einen Auslandseinsatz im Kosovo.
Familie, Kinderbetreuung und Zusammenarbeit
Neben Digitalisierung und Sicherheit nennt Skubel die Weiterentwicklung der Lebensqualität in der Gemeinde als wichtigen Bereich seiner Arbeit. In seiner bisherigen Amtszeit wurde unter anderem die Kinderbetreuung ausgebaut; heute gibt es neben erweiterten Kindergartenangeboten auch eine Ganztagsschule.
Weitere Projekte setzen auf Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg. Dazu gehören gemeinsame Anschaffungen im Feuerwehr- und Kommunalbereich sowie regionale Vorhaben rund um Mobilität und Tourismus. Neuhaus arbeitet zudem grenzüberschreitend mit Gemeinden in Slowenien zusammen und ist Teil des UNESCO Global Geoparks Karawanken-Karavanke.
Mit seiner nun angekündigten Kandidatur macht Skubel deutlich, dass er diese Arbeit über die laufende Periode hinaus fortsetzen möchte. „Ich möchte diesen Weg mit Verantwortung, neuen Ideen und vollem Einsatz weitergehen, für Neuhaus und für unsere Menschen“, schreibt der Bürgermeister anlässlich seiner erneuten Kandidatur.