Der VCÖ-Mobilitätspreis wird jährlich vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gemeinsam mit dem Land Kärnten und den ÖBB durchgeführt. Unterstützt wird der Wettbewerb vom Verkehrsverbund Kärnten und der KELAG. Gesucht werden dabei Projekte, die neue Ansätze für eine nachhaltigere und effizientere Mobilität aufzeigen.
Postbus Shuttle holt den Sieg
Den diesjährigen Hauptpreis erhielt das Postbus Shuttle Kärnten. Das bedarfsorientierte Angebot ergänzt den bestehenden Linienverkehr und ist insbesondere für Regionen gedacht, in denen ein klassischer Linienbetrieb nicht überall wirtschaftlich oder sinnvoll möglich ist.

Die Nachfrage nach dem Angebot ist laut VCÖ zuletzt deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 wurden 36.000 Fahrgäste gezählt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres waren es bereits 33.600 Fahrgäste – ein Plus von 82 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025. Das Angebot soll vor allem Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz schließen. Dazu zählen beispielsweise Verbindungen zwischen Bahnhöfen oder Bushaltestellen und den eigentlichen Wohn- oder Ausflugszielen.
Bahnticket galt als Eintrittskarte
Als eines von zwei vorbildlichen Projekten wurde die Initiative „Bahnticket = Strandbadticket“ der KLS Tourismus Marketing GmbH ausgezeichnet. Im Juni konnten Besitzer eines gültigen Bahntickets dieses in 14 Strandbädern in Südkärnten gleichzeitig als Eintrittskarte verwenden. Hintergrund der Aktion war die verbesserte öffentliche Erreichbarkeit der Region durch die Koralmbahn.
Mit der Initiative sollte auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht werden, die Region mit der Bahn zu erreichen und von dort touristische Angebote zu nutzen. Bei der Preisverleihung nahmen Geschäftsführer Robert Karlhofer und Marketingleiterin Bettina Herk die Auszeichnung für die Tourismusregion Klopeiner See–Südkärnten–Lavanttal entgegen.

Landesrat Sebastian Schuschnig, VCÖ und ÖBB überreichten die Auszeichnung als vorbildliches Projekt beim VCÖ-Mobilitätspreis Kärnten an Geschäftsführer Robert Karlhofer und Marketingleiterin Bettina Herk von der Tourismusregion Klopeiner See – Südkärnten – Lavanttal.
Schulen auf Fahrradfreundlichkeit geprüft
Ebenfalls als vorbildliches Projekt ausgezeichnet wurde der Rad-Schulcheck von Radlobby Kärnten und Klimabündnis Kärnten. Dabei wurde die Fahrradfreundlichkeit von 101 Schulen ab der fünften Schulstufe untersucht. Neben der bestehenden Infrastruktur wurden unter anderem Schulwege, Radabstellmöglichkeiten und das unmittelbare Umfeld der Schulen betrachtet.

Aus den Untersuchungen wurden konkrete Empfehlungen für Schulen und Gemeinden abgeleitet. Ziel ist es, mögliche Verbesserungen aufzuzeigen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass mehr Kinder und Jugendliche ihren Schulweg sicher mit dem Fahrrad zurücklegen können.
Mobilität im ländlichen Raum im Fokus
Bei der Preisverleihung wurde mehrfach auf die besonderen Herausforderungen außerhalb der größeren Städte hingewiesen. Gerade im ländlichen Raum sind Menschen ohne eigenes Auto teilweise stärker auf ergänzende Mobilitätsangebote angewiesen.
Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig verwies darauf, dass unterschiedliche Ansätze notwendig seien – von bedarfsorientierten öffentlichen Verkehrsmitteln über die Verknüpfung von Bahn und Freizeitangeboten bis hin zu sicheren Bedingungen für den Radverkehr.

Auch ÖBB-Regionalmanager Reinhard Wallner betonte die Bedeutung der Verbindung verschiedener Verkehrsmittel. Die Koralmbahn habe den öffentlichen Verkehr in Kärnten deutlich erweitert. Gleichzeitig brauche es Angebote für die Weiterfahrt vom Bahnhof zum eigentlichen Ziel.
Der VCÖ-Mobilitätspreis soll dabei nicht nur bereits umgesetzte Projekte auszeichnen, sondern auch neue Impulse für die Entwicklung nachhaltiger Mobilitätsangebote in Kärnten geben.