Das Hochwasserereignis im Jahr 2012 hatte deutlich gemacht, wie stark der Siedlungsraum entlang des Gösselsdorfer Seebachs von Überflutungen betroffen sein kann. Auch der 2016 fertiggestellte Gefahrenzonenplan zeigte Handlungsbedarf auf. In der Folge wurden verschiedene Varianten für einen verbesserten Hochwasserschutz untersucht.
Im Mai 2022 wurde das Projekt zur Förderung eingereicht und genehmigt. Mit dem Bau wurde im November desselben Jahres begonnen. Im Sommer 2025 konnte das Hochwasserschutzprojekt am Gösselsdorfer Seebach abgeschlossen werden.
Für Umweltminister Norbert Totschnig zeigt die Entwicklung, wie wichtig vorausschauender Hochwasserschutz angesichts zunehmender Extremwetterereignisse ist. Mit den Maßnahmen werde nicht nur die Sicherheit erhöht, sondern zugleich der ökologische Zustand des Gewässers gestärkt. Der Bund unterstützt das Projekt mit rund 1,6 Millionen Euro.
Mehr als 40 Objekte geschützt
Durch die umgesetzten Maßnahmen werden mehr als 40 Wohn- und Betriebsstätten vor Ereignissen bis zu einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt. Dafür wurde u.a. der Hochwasserrückhalt im Gösselsdorfer See durch eine neue Ablaufschwelle und ein Drosselbauwerk optimiert.
Zusätzlich entstanden Hochwasserschutz- und Einbindedämme. Auch das Gerinne wurde im Bereich Gösseldorf und der Sportanlage sowie entlang des Campingplatzes in Eberndorf ausgebaut. Vier Brücken befinden sich im betroffenen Bereich. Zwei davon konnten adaptiert werden, zwei wurden neu errichtet.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 3,9 Millionen Euro. Finanziert wird das Vorhaben vom Bund mit 40,3 Prozent, vom Land Kärnten mit 40 Prozent und von der Gemeinde Eberndorf mit 19,7 Prozent.
Sicherheit für Menschen und Betriebe
Die Bedeutung des Projekts für die betroffenen Orte hebt auch Kärntens Wasserreferentin LRin Marika Lagger-Pöllinger hervor. Hinter den mehr als 40 geschützten Wohn- und Betriebsstätten stünden Menschen, Familien, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Existenzen. Mit den Maßnahmen werde daher mehr Sicherheit für Gösselsdorf und Eberndorf geschaffen. Gleichzeitig sei der Hochwasserschutz mit ökologischen Maßnahmen verbunden worden. Aufweitungen, eine ökologische Ausgleichsfläche und die Wiederherstellung der Fischdurchgängigkeit würden dem Gewässer zusätzlichen Raum und einen verbesserten Lebensraum bieten.
Auch die Natur profitiert
Eine Ausgleichsfläche mit einer Größe von 2.700 Quadratmetern sowie lokale Aufweitungen verbessern den ökologischen Zustand des Gösselsdorfer Seebachs. Im Ablaufbauwerk des Gösselsdorfer Sees wurde zudem eine Fischaufstiegshilfe errichtet.
Auch Bürgermeister Wolfgang Stefitz sieht im Abschluss des ersten Bauabschnitts einen wichtigen Schritt für die Marktgemeinde Eberndorf. Was über längere Zeit geplant und verhandelt worden sei, biete den Menschen in Gösselsdorf und Eberndorf nun einen spürbaren Schutz vor künftigen Hochwasserereignissen.
Alte Wehrschwelle in Seebach entfernt
Ergänzend zum Hochwasserschutzprojekt wurde in Seebach eine alte Wehrschwelle abgetragen. Die Flusssohle wurde in diesem Bereich mittels einer Rampe angepasst. Dadurch können Fische den Abschnitt wieder ungehindert passieren. Die Arbeiten an dieser Maßnahme wurden im Mai 2026 abgeschlossen. Damit ist die biologische Durchgängigkeit des Gewässers in diesem Bereich wiederhergestellt. Die verbesserte Fischpassierbarkeit soll langfristig zur Erholung und Stärkung des lokalen Ökosystems beitragen.
Millionenprojekt abgeschlossen
Mit dem Projekt wurden Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung miteinander verbunden. Für die Menschen in Gösselsdorf und Eberndorf bedeutet der Abschluss der Maßnahmen einen verbesserten Schutz vor künftigen Hochwasserereignissen. Zugleich wurde der Gösselsdorfer Seebach an mehreren Stellen ökologisch aufgewertet.