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Erstes PV-Kraftwerk der oekostrom AG in Kärnten geht in Betrieb

Die oekostrom AG hat am Samstag in Pribelsdorf ihr erstes Photovoltaikkraftwerk in Kärnten eröffnet. Auf einer ehemaligen Kiesgrube entstand eine Anlage mit 2,6 MWp Leistung, die rechnerisch Strom für rund 1.000 Haushalte erzeugen kann.

Das Team der oekostrom AG gemeinsam mit Projektpartnern und Vertretern der regionalen Politik bei der neuen Photovoltaikanlage in Pribelsdorf.

Pribelsdorf – Nach der Planungs- und Bauphase ist das neue PV-Kraftwerk in Pribelsdorf in Betrieb. Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von knapp drei Hektar und nutzt ein Areal, das zuvor als Kiesgrube beziehungsweise für die Schottergewinnung verwendet wurde.

Für die oekostrom AG ist das Projekt gleichzeitig der Einstieg in die Stromproduktion in Kärnten. Vorstand Dr. Jan Häupler bezeichnete die Anlage bei der Eröffnung als Beispiel dafür, wie die Stromversorgung der Zukunft aussehen könne: erneuerbar, nachhaltig, unabhängig und sicher.

Die oekostrom AG beschäftigt laut Häupler mittlerweile rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreibt mehr als 40 Kraftwerke in Österreich, Deutschland, der Slowakei und Tschechien. Das Unternehmen entwickelt, errichtet und betreibt eigene Anlagen und vermarktet darüber hinaus Strom aus weiteren erneuerbaren Kraftwerken.


Auf knapp drei Hektar erstreckt sich das neue Photovoltaikkraftwerk in Pribelsdorf. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 2,6 MWp und entstand auf dem Areal einer ehemaligen Kiesgrube.

Anlage speist bereits Strom ins Netz

Projektleiter Peter Kuntner zog bei der Eröffnung eine positive Bilanz über die Bauphase. Das Projekt habe grundsätzlich wie geplant umgesetzt werden können. Während der Bauarbeiten seien keine Hindernisse aufgetreten, die eine Verkleinerung oder wesentliche Änderung der Anlage notwendig gemacht hätten.

Zu Verzögerungen kam es allerdings durch Lieferengpässe bei Trafostationen. Seit dieser Woche produziert das Kraftwerk laut Kuntner Strom und speist diesen auch ins Netz ein.

In der kommenden Woche soll zusätzlich der Nachführmechanismus der Anlage in Betrieb genommen werden. Danach soll das Kraftwerk im vorgesehenen Vollbetrieb arbeiten.

Projektleiter Peter Kuntner (links) und oekostrom-Vorstand Dr. Jan Häupler bei der Eröffnungsfeier des neuen PV-Kraftwerks in Pribelsdorf.

Eberndorf setzt bei PV auf bereits genutzte Flächen

Bürgermeister Wolfgang Stefitz sieht vor allem die Nutzung des ehemaligen Abbaugebietes positiv. Die Marktgemeinde Eberndorf habe sich bei großflächigen Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen bislang zurückhaltend gezeigt.

Anders bewertet die Gemeinde bereits vorbelastete beziehungsweise gewerblich genutzte Flächen wie jene in Pribelsdorf. Solche Standorte seien aus Sicht der Gemeinde für die Produktion erneuerbarer Energie besonders geeignet.

Stefitz betonte zudem die Bedeutung der regionalen Stromproduktion und bezeichnete das Projekt als wichtigen Schritt für die Gemeinde.

Vom Schotterstandort zur Energieproduktion

Auch für die Drau-Kies Gesellschaft m.b.H. erhält das Areal damit eine neue wirtschaftliche Nutzung. Geschäftsführer Rainer Unterluggauer erinnerte daran, dass der Standort über Jahrzehnte für die Schotterproduktion und damit unter anderem für Betonproduktion und Straßenbau genutzt wurde.

Nach dem Ende dieser Nutzung sei die Fläche längere Zeit weitgehend brachgelegen. Durch die Zusammenarbeit mit der oekostrom AG könne der Standort nun erneut wirtschaftlich genutzt werden – diesmal zur Erzeugung erneuerbarer Energie.

Unterluggauer sprach dabei auch von einer langfristigen Perspektive für den Standort und verwies auf die bereits geplante Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Zweites PV-Projekt in Pribelsdorf bereits geplant

Denn bei einem Kraftwerk soll es in Pribelsdorf nicht bleiben. Ein zweites Photovoltaikprojekt ist bereits in Vorbereitung. Es soll ebenfalls gemeinsam mit den bisherigen Projektpartnern auf einem bereits abgeschlossenen Bereich einer bestehenden Schottergrube errichtet werden.

Die geplante Anlage soll eine Leistung von rund 850 kWp erreichen und eine Fläche von etwa einem Hektar beanspruchen. Anders als beim nun eröffneten Kraftwerk soll der erzeugte Strom dort überwiegend direkt vor Ort verwendet werden.

Damit sollen unter anderem Maschinen und Anlagen des laufenden Betriebes mit selbst erzeugtem PV-Strom versorgt werden.

Die Projektverantwortlichen, Partner und Vertreter der regionalen Politik gemeinsam bei der Eröffnung des neuen PV-Kraftwerks in Pribelsdorf.

Baustart für Folgeprojekt Anfang November vorgesehen

Der Baustart für das zweite Kraftwerk ist laut Projektleiter Peter Kuntner für Anfang November vorgesehen. Sofern Lieferzeiten und Witterung mitspielen, sollen die mechanischen Arbeiten noch vor Weihnachten abgeschlossen werden.

Die Inbetriebnahme ist anschließend so rasch wie möglich zu Beginn des Jahres 2027 vorgesehen.

Ein Vorteil des Standortes liegt laut Kuntner auch im Untergrund der ehemaligen Schottergrube. Die Konstruktionen der PV-Anlage können in den Boden gerammt werden und müssen nicht aufwendig einbetoniert werden. Gleichzeitig muss der Untergrund ausreichend stabil sein, um die auftretenden Wind- und Druckkräfte dauerhaft aufzunehmen.

Batteriespeicher wird geprüft

Für das nun eröffnete Kraftwerk wird zudem bereits eine weitere Ausbaustufe untersucht. Konkret soll geprüft werden, ob die Anlage künftig mit einem Batteriespeicher kombiniert werden kann.

Damit könnte der erzeugte Strom flexibler genutzt und die vorhandene Netzinfrastruktur effizienter ausgelastet werden. Die oekostrom AG setzt nach Angaben von Häupler bei anderen Projekten bereits auf Kombinationen unterschiedlicher erneuerbarer Erzeugungsformen mit Batteriespeichern.

Weitere Projekte in Vorbereitung

Die oekostrom AG will ihren Kraftwerksbestand in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Häupler verwies bei der Eröffnung auf eine gut gefüllte Projektpipeline mit mehreren Vorhaben, die sich bereits vor der Genehmigung oder Umsetzung befinden.

Zur Finanzierung weiterer Projekte läuft nach Angaben des Vorstands derzeit auch eine Kapitalerhöhung. Neben bestehenden Aktionärinnen und Aktionären sollen damit auch neue Investorinnen und Investoren für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energieprojekte gewonnen werden